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Metastasierter Brustkrebs: PET-CT kann Wirkung antihormoneller Therapie nachweisen (05.09.2011)

Wenn ein hormonsensibler Brustkrebs Tochtergeschwülste (Metastasen) in andere Organe gestreut hat, wirken Medikamente wie Tamoxifen und Fulvestrant, die die Östrogenantennen auf den Krebszellen blockieren, besser als Aromatasehemmer. Das konnte eine Studie der University of Washington School of Medicine zeigen, die jetzt im Fachjournal Clinical Cancer Research veröffentlicht wurde.
Zur Messung setzte die Forschungsgruppe unter der Leitung der Onkologin Dr. Hannah Linden ein PET-CT ein, das mit dem Kontrastmittel FES (18F-Fluor-Estradiol) als radioaktivem Marker arbeitete. Das Kontrastmittel ist ein indirekter Hinweis auf die Medikamentenwirkung: Je weniger sich davon im Tumorgewebe ansammelt, desto stärker werden die Östrogenantennen blockiert, sprich desto besser wirkt das Medikament.
Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 30 Frauen mit Brustkrebs und Knochenmetastasen vor, während und nach der Behandlung mit Aromatasehemmern, Tamoxifen und Fulvestrant im PET-CT untersucht.
Die Bilder zeigten, dass die Brustkrebszellen bei Frauen, die Östrogenblocker einnahmen, weniger FES-Kontrastmittel aufnahmen als bei denjenigen, die einen Aromatasehemmer erhielten. Die FES-Aufnahme sank unter der Behandlung mit Wirkstoffen, die den Östrogenrezeptor blockieren, um 54 Prozent, bei Gabe von Aromatasehemmern lediglich um 13 Prozent.
Weitere Ergebnisse der Studie: Tamoxifen blockiert den Tumor am wirksamsten und ist dabei auch Fulvestrant überlegen.
Da an der Studie nur eine sehr kleine Anzahl von Patientinnen teilgenommen hat, sind ihre Ergebnisse nicht repräsentativ. Nach Einschätzung der amerikanischen Wissenschaftler hat sich dadurch aber gezeigt, dass die Markierung mit FES im PET-CT eine Möglichkeit darstellt, um die Wirksamkeit einer antihormonellen Therapie sozusagen am „lebenden Objekt“ zu prüfen. Diese Technologie könnte künftig auch bei der Medikamentenentwicklung genutzt werden, um die Effektivität einzelner antihormoneller Medikamente zu testen.

Quelle: Linden HM, Kurland BF, Peterson LM et al. Fluoroestradiol positron emission tomography reveals differences in pharmacodynamics of aromatase inhibitors, tamoxifen, and fulvestrant in patients with metastatic breast cancer. Clin Cancer Res 2011; 17(14): 4799–805. DOI: 10.1158/1078-0432.CCR-10-3321.

Kategorie: Ueberlebensbuch