Aktuelles aus der Redaktion

Fettlebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen

Ein unterschätztes Problem mit schwerwiegenden Komplikationen

Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) ist die am meisten verbreitete Lebererkrankung in der westlichen Welt: 17 bis 46 Prozent aller Erwachsenen sind betroffen. Selbst bei Kindern und Jugendlichen ist sie eine der häufigsten chronischen Lebererkrankungen. 7,6 Prozent leiden an einer NAFLD. Dass die NAFLD bei Kindern und Jugendlichen nach wie vor zu selten diagnostiziert wird und wie wichtig eine frühzeitige Therapie ist, zeigt der Fachbeitrag „Fettlebererkrankungen bei Kindern und Jugendlichen: Ein unterschätztes Problem mit schwerwiegenden Komplikationen“ von Dr. med. Gunter Flemming (Universitätsklinikum Leipzig) et al. in der Fachzeitschrift „Adipositas“ 1/17.

„Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen gehört zu den größten Herausforderungen des Gesundheitswesens im 21. Jahrhundert. Es wird geschätzt, dass bis zum Jahr 2020 circa 60 Millionen Kinder weltweit an Übergewicht leiden“, so die Autoren. Übergewicht ist gleichzeitig eine der wichtigsten Ursachen für die Entstehung der NAFLD. Kinder, bei denen verschiedene Risikofaktoren wie zum Beispiel Übergewicht, ungünstige Ernährungsgewohnheiten, Umweltfaktoren und eine genetische Prädisposition zusammenkommen, können also an einer Fettleber erkranken.

Grundvoraussetzung für die Diagnose einer NAFLD ist, dass der Arzt die Erkrankung überhaupt erst in Betracht zieht. Tatsächlich wird die NAFLD bei Kindern und Jugendlichen nach wie vor zu selten diagnostiziert. Erste Hinweise für den Arzt sind ein erhöhter Alanin-Aminotransferase-Spiegel (ALAT) und Auffälligkeiten bei der Ultraschalluntersuchung der Leber des betroffenen Kindes.

Die sogenannten Perzentilen sind eine Art Maßeinheit, um unter anderem Größe, Gewicht und BMI bei Kindern und Jugendlichen zu messen. Sie beruhen auf Werten großer Vergleichsgruppen und helfen, die Entwicklung von Körpergröße und -gewicht bei Kindern und Jugendlichen einzuschätzen. Liegt zum Beispiel die Körpergröße eines acht Jahre alten Mädchens auf der 90. Perzentile, bedeutet das, dass nur 10 Prozent der Kinder seines Alters und Geschlechts schwerer sind und 90 Prozent leichter. Die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter und die aktuellen Leitlinien zur Fettlebererkrankung empfehlen bei Kindern und Jugendlichen mit einem Body-Mass-Index (BMI) über der 97. Perzentile nach Kromeyer-Hauschild unter anderem den ALAT zu bestimmen. „Allerdings sollte vermutlich auch bei Patienten mit einem BMI über der 85. Perzentile mit metabolischen Risikofaktoren wie Insulinresistenz oder kardiovaskuläre Erkrankung eine Bestimmung der Transaminasen erfolgen“, so die Autoren.

Die NAFLD kann schwerwiegende Folgen haben, denn sie kann zu Fettleber-Hepatitis Leberfibrose und Zirrhose führen. Außerdem ist sie ein Risikofaktor für die Entwicklung von Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischer Erkrankungen der Niere. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Krankheit früh zu diagnostizieren und zu therapieren. Das Augenmerk liegt dabei auf einer Änderung des Lebensstils, um das Übergewicht und die Insulinresistenz zu reduzieren. Betroffene Kinder und Jugendliche sollten geschult werden, damit sie ihre Ernährungsgewohnheiten ändern und weniger Kalorien, Fett, Fruktose und Alkohol zu sich nehmen. Außerdem ist es von großer Bedeutung, bereits im Kindesalter sportlich aktiv zu sein, um einer Leberverfettung im Jugendalter entgegenzuwirken. „Die Therapie sollte individuell abgestimmt werden, um Spätfolgen im Erwachsenenalter möglichst früh entgegenzuwirken“, so die Autoren.

Den kompletten Artikel können Sie hier nachlesen.


M. Penke et al.:
Fettlebererkrankung bei Kindern und Jugendlichen. „Adipositas“ 2017 Vol. 11 Heft 1: 28-32


Mehr zur Zeitschrift:
Die Schattauer Zeitschrift „Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie“ erscheint viermal jährlich und widmet sich dem breit gefächerten Gesundheitsproblem der Fettleibigkeit. Sie richtet sich vor allem an niedergelassene Ärzte, die sich über die aktuellen Entwicklungen zum Thema Adipositas, welches ein zunehmendes Problem unserer Gesellschaft darstellt, auf dem Laufenden halten wollen. Weitere Informationen zur Zeitschrift finden Sie hier.




Pressekontakt:

Bettina Ziegler
Pressestelle Schattauer
c/o Thieme Kommunikation
Postfach 30 11 20 | 70451 Stuttgart
Tel.: +49 (0)711 8931-319
Fax: +49 (0)711 8931-167
schattauer@medizinkommunikation.org
www.schattauer.de