Organ der

 


Organ des

 



Gesamtübersicht

Gewicht, Gesundheit, Lebensqualität

Zeitschrift: Adipositas – Ursachen, Folgeerkrankungen, Therapie
ISSN: 1865-1739
Thema:

Neue Adipositas-Therapieverfahren

Ausgabe: 2016 (Vol. 10): Heft 1 2016
Seiten: 4-10

Gewicht, Gesundheit, Lebensqualität

Ergebnisse der KgAS-Adipositasschulung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland

I. Gellhaus (1), A. van Egmond-Fröhlich (2), U. Tiedjen (3), B. Koch (4), G. Torbahn (5), M. Flothkötter (6), K. Fink (7), R. Holl (7)

(1) Konsensusgruppe Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche e. V. (KgAS), Paderborn; (2) Preyersches Kinderspital, Wien, Österreich; (3) Rehaforschung Fachklinik Sylt e. V., Westerland/Sylt; (4) Zentrum für Adipositasschulung Bremen-Stadt, Bremen; (5) AdieuPositas, Ambulante Therapie für Kinder und Jugendliche, München; (6) aid Infodienst, Bonn; (7) Institut für Epidemiologie und Med. Biometrie, Universität Ulm, Ulm

Stichworte

Lebensqualität, BMI, Adipositas bei Kindern und Jugendlichen, ambulante Schulung

Zusammenfassung

Hintergrund: Die Beobachtungsstudie zur Evaluation ambulanter und stationärer Versorgung zur Behandlung der Adipositas im Kindes- und Jugendalter in Deutschland (BZgA-Studie) zeigte in einer breiten Angebotspalette sehr heterogene Therapieadhärenz und Ergebnisse. Es soll gezeigt werden, welche Ergebnisse durch ein homogenes, leitliniengerechtes, ambulantes Programm der Konsensusgruppe Adipositasschulung für Kinder und Jugendliche e. V. (KgAS) in der multizentrischen Anwendung erzielt werden können. Methode: 8–16-jährige adipöse Patienten und ihre Familien wurden an 14 Standorten in Deutschland ein Jahr ambulant nach dem KgAS-Programm in einer Gruppenschulung behandelt. Neben einem Fragebogen zur Lebensqualität wurden zu Therapiebeginn (T0) und -ende (T1) sowie ein Jahr später (T2) BMI, Blutdruck und Adipositas-relevante Laborwerte von den Patienten erhoben. Die Analyse erfolgte sowohl für Fälle mit vollständigen Daten als auch mit Baseline observation carried foreward (BOCF)-Methode für Patienten mit fehlenden Daten. Ergebnisse: Der BMI der 297 Patienten lag zu T0 im Mittel bei 28,7 kg/m², bzw. +2,37 SDS, 13,2 % übergewichtig, 55,8 % adipös, 31,0 % extrem adipös. Das mittlere Alter betrug 11,7 Jahre, 52,1 % waren weiblich und einen Migrationshintergrund hatten 34,7 % der Patienten. Zu T1 konnten 97 % der Patienten untersucht werden, zu T2 59 %. Der BMI-SDS reduzierte sich bis T1 signifikant (für vollständige Daten von +2,32 auf +2,03 zu T1 und +2,07 zu T2 und BOCF +2,37 [T0], 2,14 [T1] und 2,22 [T2]). Die Hypertonieprävalenz verminderte sich kurz- und langfristig signifikant (für vollständige Daten N=103, p<0,001; BOCF N=209, p<0,019 resp. <0,014). Auch die Dyslipidämieprävalenz konnte kurz- und langfristig reduziert werden (für vollständige Daten N=59, p<0,001 zu T1 und T2 resp.; BOCF N=202; p<0,001 resp. <0,015). Die Lebensqualität verbesserte sich kurz- und langfristig signifikant.  Schlussfolgerung: Die KgAS-Studie weist mit einem standardisierten Programm in der multizentrischen Durchführung für alle dargestellten Behandlungsziele signifikante Verbesserungen nach: Übergewichtsreduktion, Reduktion von kardiovaskulären Risikofaktoren sowie positive Veränderungen der Lebensqualität.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
G. Oehler 1, C. Krüger-Jansen 2, Z. M. Younossi 3, J. Lambert-Baumann2

Die Medizinische Welt 2008 59 5: 172-178

2.
H.-J. F. Zunft

Die Medizinische Welt 2008 59 1: 5-8

3.
Marius Nickel, Melanie Schatz

PDP - Psychodynamische Psychotherapie 2007 6 4: 222-238