Die Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 durch operative Intervention - Metabolische Chirurgie als neues Arbeitsgebiet im Rahmen der strukturierten Adipositastherapie
M. Schlensak1, J. Erhard1, E. Purucker2
Evangelisches und Johanniter Klinikum Niederrhein gGmbH, Dinslaken, 1Klinik für Chirurgie/Viszeral- und Gefäßchirurgie (Chefarzt: Prof. Dr. J. Erhard), 2Medizinische Klinik, Gastroenterologie, Kardiologie und Onkologie (Chefarzt: Priv.-Doz. Dr. E. Purucker)
Zusammenfassung
Die hohe epidemiologische Evidenz bestätigt einen direkten Zusammenhang zwischen der Übergewichtszunahme und dem Risiko, einen Diabetes mellitus Typ 2 zu entwickeln. Adipositaschirurgische Therapiekonzepte haben sich als sehr effektive und nachhaltige Behandlungsmethoden der morbiden Adipositas erwiesen. Dabei geht das Konzept der Adipositaschirugie weit über den reinen Gewichtsabbau hinaus. Neben einer Verbesserung der Lebensqualität ist eine Verminderung der lebensbedrohlichen Komorbidität das Ziel der Therapie. Insbesondere Patienten mit metabolischen Komplikationen der Adipositas wie dem Diabetes mellitus Typ 2 profitieren nachhaltig von chirurgischen Maßnahmen. Daneben werden auch arterielle Hypertonie, die nicht alkoholische Fettleberhepatose, Fettstoffwechselstörungen und das obstruktive Schlafapnoe-Sydrom bzw. das Adipositas-Hypoventilationssyndrom, die allesamt mit einer erhöhten Mortalität assoziiert sind, nachweislich positiv beeinflusst. Diese signifikante Verbesserung der metabolischen Komorbidität lässt sich auch bei Patienten mit einem Body-Mass-Index unter 35 kg/m² erzielen. Metabolische Chirurgie, wie sie in den USA bereits flächendeckend umgesetzt ist, wird auch in Europa zunehmend Verbreitung finden müssen. Stichworte
Diabetes mellitus Typ 2, Adipositaschirurgie, metabolische Chirurgie