Adipositaschirurgie bei morbid adipösen Jugendlichen - Vorschlag für ein interdisziplinäres Konzept
S. Blüher1, 2, O. Münsterer3, C. Beckert-Zieglschmid4, C. Rohde1, M. Blüher5 , M. Stumvoll5, K. von Klitzing4, H. Till3, W. Kiess1
1Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinder und Jugendliche (Leiter: Prof. Dr. med. W. Kiess); 2Universität Leipzig, Koordinierungszentrum für Klinische Studien (Leiter: Prof. Dr. M. Löffler); 3Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie (Leiter: Prof. Dr. med. H. Till); 4Universität Leipzig, Klinik und Poliklinik für Kinderpsychiatrie (Leiter: Prof. Dr. med. K. v. Klitzing); 5Universität Leipzig, Medizinische Klinik und Poliklinik III (Leiter: Prof. Dr. med. M. Stumvoll)
Zusammenfassung
Verfahren der Adipositaschirurgie stellen eine Therapieoption dar bei extrem adipösen Erwachsenen und zunehmend auch bei Jugendlichen mit morbider Adipositas, bei denen die konservativen Therapieansätze (Ernährungsanalyse und -schulung, Steigerung der körperlichen Aktivität, psychologische und familientherapeutische Intervention) nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Die wenigen bisher zur Verfügung stehenden Daten zur Adipositaschirurgie im Jugendalter berichten nicht nur über eine signifikante postoperative BMI-Reduktion, sondern zeigen auch eine deutliche Verbesserung von präoperativ bereits bestehenden Begleiterkrankungen und dem psychosozialen Wohlbefinden. Die Indikationsstellung zur Adipositaschirurgie sowie obligate präoperative Untersuchungen sollten in speziellen Adipositas-Zentren erfolgen. Für die prä- und postoperative Betreuung ist ein interdisziplinäres Team bestehend aus Pädiater/Internist, (Kinder-)Chirurg, Anästhesist, (Kinder-) Psychiater bzw. -psychologe und Ökotrophologe wünschenswert. Stichworte
Adipositaschirurgie, Jugendalter, Begleiterkrankungen, Vor- und Nachsorge