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Patienten mit Alkoholstörungen im Kontext der Lebertransplantation

Zeitschrift:Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN:1862-4715
Ausgabe:2010 (Vol. 5): Heft 3 2010
Seiten:156-161

Patienten mit Alkoholstörungen im Kontext der Lebertransplantation

Y. Erim1; M. Beckmann1; S. Beckebaum2,3; C. Klein2,3; A. Paul3; W. Senf1

1Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Essen; 2Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Essen; 3Klinik für Allgemeinchirurgie, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen

Zusammenfassung

Etwa 40% der Patienten, die für eine Lebertransplantation evaluiert werden, weisen eine Störung durch Alkohol auf. In der Beurteilung ihrer Eignung für eine Lebertransplantation sollten neben den allgemeinen Faktoren des psychosozialen Funktionierens wie beispielsweise psychische Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten und Compliance auch suchtspezifische Prädiktoren eines Rezidivs untersucht werden. Durch eine gruppentherapeutische Behandlung kann die Abstinenz verbessert und auf diese Weise die Wartezeit verlängert werden. Äthylglukuronid als ein innovativer Alkoholmarker ermöglicht eine größere Transparenz in der Beurteilung und Behandlung des Suchtverhaltens. Nach der Transplantation ist bei ca. 15% der Patienten ein Rückfall in den Alkoholkonsum zu erwarten. Annähernd 5% der Patienten haben im Rahmen der Lebertransplantation, insbesondere der Diagnosemitteilung, posttraumatische Belastungen entwickelt. Diese Daten machen deutlich, dass es sich bei den Lebertransplantationspatienten mit äthyltoxischer Leberzirrhose um eine Gruppe mit großem psychosomatischen Behandlungsbedarf handelt. Durch psychosomatisch-psychotherapeutische Interventionen können der Behandlungserfolg, die körperliche und die psychische Lebensqualität der Patienten verbessert werden.

Stichworte

Transplantation, Psychotherapie, Compliance, Rückfall, Alkoholstörungen

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