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Zum Zusammenhang von Frühgeburtlichkeit und frühkindlichen Fütterstörungen

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Thema:

Familien in der Psychosomatik

Ausgabe: 2014 (Vol. 9): Heft 1 2014
Seiten: 19-25

Zum Zusammenhang von Frühgeburtlichkeit und frühkindlichen Fütterstörungen

L. Erb (1), C. Thiel-Bonney (1), M. Cierpka (1)

(1) Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Universitätsklinikum Heidelberg

Stichworte

frühkindliche Regulationsstörungen, Frühgeburtlichkeit/Frühgeborene, Fütterstörungen, Eltern-Kind-Interaktion, Eltern-Säuglings-/Kleinkind-Beratung und -Behandlung

Zusammenfassung

Hintergrund: Frühgeborene Kinder leiden häufiger unter frühkindlichen Fütterstörungen als reifgeborene Kinder. Die Wahrscheinlichkeit, eine Fütterstörung zu entwickeln, steigt für Frühgeborene mit sinkendem Geburtsgewicht an. Material und Methoden: Retrospektive Analyse der Daten eines Elternfragebogens von 1 044 Kindern zwischen 0 und 3 Jahren, die aufgrund einer frühkindlichen Regulationsstörung in der Heidelberger Spezialambulanz angemeldet wurden. Ergebnisse: Im Vergleich zu den deutschen und baden-württembergischen Daten des Statistischen Bundesamtes zur Häufigkeit von Frühgeburtlichkeit werden im Inanspruchnahmeklientel der Heidelberger Spezialambulanz signifikant mehr Frühgeborene in der Ambulanz vorgestellt (p=0,001). Sie leiden signifikant häufiger unter Fütterstörungen (p=0,001) als die reifgeborenen Kinder. Das relative Risiko, mit einer Fütterstörung angemeldet zu werden, beträgt 3,23 für die Kinder mit einem extrem niedrigen Geburtsgewicht (<1 000 g), 1,48 für die mit sehr niedrigem Geburtsgewicht (<1 500–1 000 g) und 1,26 für die Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht (<2 500–1 500 g). Schlussfolgerung: Eltern frühgeborener Kinder suchen gehäuft aufgrund von frühkindlichen Störungen der Verhaltensregulation eine Spezialambulanz auf. Diese Kinder sind besonders gefährdet, eine Fütterstörung zu entwickeln. Das Risiko, aufgrund einer Fütterstörung in der Ambulanz vorgestellt zu werden, steigt mit sinkendem Geburtsgewicht an.

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