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Suizidprävention bei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Thema:

Psychosomatische Versorgung von Migranten

Ausgabe: 2014 (Vol. 9): Heft 2 2014
Seiten: 68-73

Suizidprävention bei Frauen mit türkischem Migrationshintergrund

M. Schouler-Ocak (1), A. Heredia Montesinos (1), M. C. Aichberger (2)

(1) Psychiatrische Universitätsklinik der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus Berlin; (2) Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Campus Charité Mitte, Charité – Universitätsmedizin Berlin

Stichworte

Prävention, Suizidalität, Intervention, Frauen mit türkischem Migrationshintergrund, kulturspezifisch

Zusammenfassung

Studien zeigen, dass Frauen mit Migrationshintergrund in einigen europäischen Ländern häufiger suizidales Verhalten aufweisen und insbesondere junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund im Vergleich zu gleichaltrigen einheimischen Frauen in Deutschland davon betroffen sind. Eine in Berlin realisierte Interventionsstudie hatte daher die Zielgruppe „junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund“ im Fokus. Zu Beginn der Studie wurden in Fokusgruppen Beweggründe emotionaler (suizidaler) Krisen bei der Zielgruppe analysiert. Die so gewonnen Erkenntnisse flossen ein in die Interventionen Medienkampagne (sechs Monate), Multiplikatorenschulung und Krisenhotline (neun Monate), die evaluiert wurden. Das Kernstück des Interventionsprogramms war die muttersprachliche Telefonberatungshotline. Konflikte in Partnerschaften, im sozialen Unterstützungsnetzwerk und in Familien wurden am häufigsten als Beweggründe genannt. Knapp ein Drittel der Anruferinnen war zum Anrufzeitpunkt in einer akuten Krise oder suizidal. Bei den geschulten Multiplikatoren (insgesamt 210) stieg der Anteil, der bei der Nachevaluation eine psychiatrische Hilfe für hilfreich hielt, deutlich an. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass kulturspezifische Interventionen von der Zielgruppe gut angenommen werden.

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