Anzeige

Gesamtübersicht

Zum Zusammenhang zwischen Migrationserfahrung und Hyperemesis gravidarum

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Thema:

Psychosomatische Versorgung von Migranten

Ausgabe: 2014 (Vol. 9): Heft 2 2014
Seiten: 80-86

Zum Zusammenhang zwischen Migrationserfahrung und Hyperemesis gravidarum

Ergebnisse qualitativer und quantitativer Studien

M. David (1), E. Schreck (1), F. Siedentopf (2)

(1) Charité - Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum, Klinik für Gynäkologie; (2) Martin- Luther-Krankenhaus, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Berlin

Stichworte

Migration, Somatisierung, Hyperemesis gravidarum, subjektive Krankheitstheorie

Zusammenfassung

Zuwanderung ist ein Prozess mit adaptivem Charakter, bei dem in jeder Phase das Risiko einer Nichtbewältigung von Anpassungsleistungen besteht. Psychische und/oder körperliche Beeinträchtigungen können die Folge sein. Die schwere Hyperemesis gravidarum (Hg), die oft eine stationäre Behandlung erfordert, kann nach dem heutigen Wissensstand als klassisches Beispiel für das Zusammenspiel somatischer, psychischer und sozialer Ursachenfaktoren angesehen werden. Eigene Beobachtungen und internationale Publikationen legen den Schluss nahe, dass der Anteil von Migrantinnen unter den Hg-Patientinnen in Zuwanderungsländern Europas und Nordamerikas überproportional hoch ist. Mit einer retrospektiven quantitativen Untersuchung der Aufnahmehäufigkeit und einer Fragebogenstudie zur psychischen Belastung der betroffenen Patientinnen sowie zu ihrer subjektiven Krankheitstheorie über die Hg sollten mögliche Unterschiede zwischen Patientinnen mit und ohne Migrationshintergrund eruiert werden. Demnach kann Migration als ein ätiologischer Kofaktor für die Entwicklung einer Hg angesehen werden. Die erfassten psychischen Belastungen waren bei beiden Gruppen ähnlich ausgeprägt.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
I. T. Calliess 1, W. Machleidt 1, M. Ziegenbein 1, H. Haltenhof2

Nervenheilkunde 2007 26 6: 487-491

2.
C. Haasen, C. Demiralay

Die Psychiatrie 2006 3 3: 150-156

3.

I. Özkan, M. Willemsen (1)

Nervenheilkunde 2017 36 7: 512-520



Ärztliche Psychotherapie 3/17: Behandlung der chronischen Depression

Die chronische Depression beginnt im Gegensatz zu episodischen depressiven Störungen häufig bereits...

Ärztliche Psychotherapie 2/2017: Neurologie in der Psychosomatik

Psychosomatische Störungen nehmen vor allem in den westlichen Industrienationen zu und stellen die...

„Ärztliche Psychotherapie“ feiert 10-jähriges Bestehen

Im Herbst 2006 erschien die erste Ausgabe der Fachzeitschrift „Ärztliche Psychotherapie“ im...