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Anregungen von Psychoseseminar und Trialog-Bewegung – auch für die Psychosomatik?

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Ausgabe: 2017 (Vol. 12): Heft 4 2017
Seiten: 197-205

Anregungen von Psychoseseminar und Trialog-Bewegung – auch für die Psychosomatik?

T. Bock, H.-J. Meyer, G. Schulz

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKE, Zentrum für Psychosoziale Medizin

Stichworte

Partizipation, Sozialpsychiatrie, Empowerment, Recovery, Trialog, Psychosentherapie, Psychoseseminar, Peerarbeit, Antistigmaarbeit

Zusammenfassung

Trialog meint gleichberechtigte Begegnung von Betroffenen, Angehörigen und Profis, sowie wechselseitiges Lernen, Ringen um eine gemeinsame Sprache, Offen-sein für ein lebensnahe komplexes Krankheitsverständnis und die entsprechend notwendige Vielfalt an Hilfen. Ausgerechnet bei Psychosen, dem Krankheitsbild mit dem höchsten Stigmarisiko in Deutschland, entwickelt sich in Trialogforen, den sog. Psychoseseminaren, eine Wertschätzung für offenes Verstehen und für narrative Prozesse. Ausgerechnet hier entwickelt sich eine anthropologische Sicht als Gegenpol zur allzu engen Psychopathologie. Im Ringen um Verstehen der drei beteiligten Gruppen entsteht eine Brücke zwischen biologischer und sozialer Psychiatrie, zwischen medizinischer und philosophisches Sicht. Mit Konsequenzen für viele weitere Ebenen der Auseinandersetzung, z.B. gemeinsamer Beschwerdestellen, Stigmabekämpfung, Psychiatriepolitik. Der Beitrag diskutiert Entwicklung, Vielfalt und Perspektiven des Trialogs – mit der impliziten Frage der möglichen Bedeutung für die Psychosomatik.

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