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Psychokardiologische Rehabilitation

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Ausgabe: 2017 (Vol. 12): Heft 4 2017
Seiten: 219-226

Psychokardiologische Rehabilitation

Ein Fächer-integrierendes Behandlungsmodell

V. Köllner (1, 2), J. Glatz (3), P. Langner (1), W. Rademacher (3), J. Uhlig (2), E. Langheim (3)

(1) Abteilung Psychosomatik und Verhaltenstherapie, Rehazentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung, Teltow; (2) Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Psychosomatik, Centrum für Innere Medizin und Dermatologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin; (3) Abteilung Kardiologie, Rehazentrum Seehof der Deutschen Rentenversicherung, Teltow

Stichworte

Rehabilitation, koronare Herzkrankheit, Psychokardiologie, sozialmedizinische Beurteilung, Herzangst

Zusammenfassung

Psychische Komorbidität kann den Verlauf einer koronaren Herzerkrankung oder einer Herzinsuffizienz entscheidend beeinflussen und erhöht die Mortalität signifikant. Umgekehrt können Herzerkrankungen und invasive Behandlungsmaßnehmen, wie z.B. bedrohliche Herzrhythmusstörungen oder eine Serie von AICD-Schocks (automatischer implantierbarer Defibrillator) eine Angsterkrankung oder eine PTBS auslösen. Für die Rehabilitation sind diese Zusammenhänge von besonderer Bedeutung, da die psychische Komorbidität Aktivität und Teilhabe oft stärker einschränkt als die organische Herzkrankheit. Diese Wechselwirkungen erfordern integrierte Behandlungskonzepte, die in unserem nach Fachdisziplinen organisierten Versorgungssystem bisher noch zu selten angeboten werden. Dieser Beitrag beschreibt ein solches integriertes Behandlungsmodell, das auch an das Konzept der integrierten Medizin im Sinne Thure v. Uexkülls anknüpft: Die psychokardiologische Rehabilitation. Seit Ende 2016 gibt es im Rehazentrum Seehof eine Behandlungseinheit, bei der im Rahmen eines Modellprojekts 12 Patienten interdisziplinär psychosomatisch und kardiologisch behandelt werden, am Ende steht eine gemeinsame sozialmedizinische Beurteilung. Dargestellt werden das Behandlungskonzept sowie Daten über die ersten 50 interdisziplinär betreuten Patienten. Diese ersten Ergebnisse sprechen für die Effektivität des Konzepts.

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