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Herzlich willkommen bei der "Ärztliche Psychotherapie"

Aktuelle Ausgabe

Herausforderung Psychoonkologie

Zeitschrift: Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin
ISSN: 1862-4715
Ausgabe: 2010 (Vol. 5): Heft 3 2010
Seiten: 172-176

Herausforderung Psychoonkologie

P. Heußner

Psycho-Onkologie der Medizinischen Klinik III, Klinikum der Universität München, Campus Großhadern

Zusammenfassung

Die Psychoonkologie stellt eine Herausforderung in vielerlei Hinsicht dar: eine noch junge Fachdisziplin mit unklaren Definitionen, Qualifikationen und Finanzierungen, die sich Menschen in existenziellen Krisensituationen widmet. Krisen finden sich in vielen Lebensbereichen, doch scheint die Diagnose einer Krebserkrankung neben den erheblichen psychosozialen Belastungen bei allen Beteiligten einen häufig nicht objektiv begründeten Schrecken auszulösen. So sind das Entsetzen und der Diagnoseschock ungleich größer als bei Menschen, denen die Diagnose einer unheilbaren neurologischen oder kardiologischen Erkrankung mit ebenso schlechter Prognose mitgeteilt wird. Dass Krebserkrankungen in vielen Fällen auch heilbar sein können, ist zunächst gar nicht im spontanen Gedankenrepertoire engrammiert. An die psychotherapeutischen Behandler und Begleiter werden ebenfalls besondere Herausforderungen gestellt. So ist der Psychoonkologe bei den Betroffenen nicht immer willkommen, sein Setting muss sich den körperlichen Kapazitäten der Patienten anpassen, Ausfalltermine gehören zur Routine und Zuspitzungen im Krisenerleben erfordern Notfalltermine in nicht planbarer Zahl. Schlussendlich erfordert die psychoonkologische Arbeit eine höchst reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz und den eigenen Widerständen.

Stichworte

Existenzielle Krisensituation,, psychosoziale Belastung,, Setting, Widerstände