Das Laufverhalten von Patienten mit künstlichem Hüftgelenkersatz und dessen Folgeerscheinungen: Ein systematisches Review zum aktuellen Forschungsstand

Zeitschrift: Arthritis und Rheuma
ISSN: 0176-5167
Thema:

Rheumatologie, Orthopädie, Osteologie - "All you can read"

Ausgabe: 2017: Heft 4 2017
Seiten: 232-238

Das Laufverhalten von Patienten mit künstlichem Hüftgelenkersatz und dessen Folgeerscheinungen: Ein systematisches Review zum aktuellen Forschungsstand

S. Perschke (1), T. Pohl (1), T. Horstmann (1, 2)

(1) Professur für Konservative und Rehabilitative Orthopädie, Technische Universität München, München; (2) Medical Park St. Hubertus Bad Wiessee, Bad Wiessee

Stichworte

Künstliches Hüftgelenk, Hüft-Totalendoprothese, Laufsport, Joggen

Zusammenfassung

Das Joggen wird als hochintensive Sportart eingestuft und wird Patienten mit einem künstlichen Hüftgelenk nicht empfohlen. Dennoch kehren einige nach einer Operation zum Laufsport zurück. Es sind wissenschaftliche Erkenntnisse zum allgemeinen postoperativen Sportverhalten vorhanden, allerdings kaum Ergebnisse zum Laufen im Speziellen. Auf Basis der aktuellen Datenlage soll dieses Review die Fragen bearbeiten, 1. wie hoch der Läuferanteil unter den Patienten ist, 2. welche Trainingsparameter festzustellen sind und, 3. ob negative Folgeerscheinungen auftreten. Mit einer MeSH-Term-Suche wurden in PubMed 39 geeignete Treffer identifiziert, von denen final 3 Artikel eingeschlossen wurden. Postoperativ betrug der Anteil an joggenden Patienten 3,8 % bzw. 16,3 %. Die Patienten liefen 3,5- bzw. 4,0-mal wöchentlich, bei einer durchschnittlichen Trainingsdauer von 116 bzw. 186 Minuten. Die wöchentliche Laufdistanz lag bei 14,4 bzw. 28,4 km und bei einem Triathleten bei 42,5 km. Das Lauftempo betrug im Schnitt 7,7 km/h bzw. 9,2 km/h. Es konnten im Untersuchungszeitraum weder höhere Abnutzungsraten noch die Notwenigkeit einer Revision festgestellt werden. Die Läufer hatten eine bessere körperliche Funktion und weniger Schmerzen als Nicht-Jogger. Aufgrund der geringen Follow-Up-Länge der Studien von 3,9 Jahren können keine Langzeiteffekte interpretiert werden. Um fundierte Empfehlungen geben zu können, ist eine biomechanische Untersuchung der Laufbewegung sowie eine Berücksichtigung innerer und äußerer Faktoren erforderlich.


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