Komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ I (CRPS I) im Kindesalter - Diagnosekriterien und Therapieoptionen
Matthias Richter, Verena Miller, Renate Häfner, Hartmut Michels
Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen (Ärztlicher Direktor: Dr. med. Hartmut Michels)
Zusammenfassung
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom Typ I (CRPS I) ist ein lokalisiertes Schmerzverstärkungssyndrom. Leitsymptome sind stärkste Schmerzen einer Extremität (Hyperalgesie), Berührungsempfindlichkeit (Allodynie) und trophische Gewebeveränderungen. Eine weite Variationsbreite der Symptomatik kennzeichnet das Krankheitsbild im Kindesund Jugendalter. Verzögerte Diagnosestellung bei massiver Desozialisierung der Patienten und ein breites Spektrum meist frustraner Therapieverfahren zeigen die Schwierigkeiten der Betreuung von CRPS I-Patienten. Zum Erwachsenen- CRPS I variiert die Schmerzlokalität, eruierbare ursächliche Traumen, Schmerzverarbeitung und Therapie. Therapeutisch wird ein multimodales Teamkonzept in den Vordergrund gestellt, das die Aktivität der Patienten fördert, Beziehung vorlebt und auf Körperwahrnehmung, Reizdifferenzierung und Annahme der schmerzenden Extremität zielt. Der familiäre Kontext wird therapeutisch genutzt. Prognostisch können gute Heilungsraten besonders bei jungen Patienten bis ca. 14 Jahren erreicht werden. Rückfälle sind möglich, können aber häufig über ein Heimprogramm in Eigeninitiative behandelt werden. Stichworte
multimodale Therapie, Allodynie, Hyperalgesie