Der therapeutische Einsatz von Radon
G. Lind-Albrecht
Gasteiner Heilstollen, Böckstein/Bad Gastein, Österreich
Zusammenfassung
Seit mehr als 100 Jahren wird Radon in seinen unterschiedlichen Applikationsarten bewusst therapeutisch genutzt, und zwar vorwiegend bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Atemwege und der Haut. Schmerzlindernde und entzündungshemmende Effekte mit langer Wirkdauer und konsekutiver Medikamenteinsparung (NSAR, Kortison) sowie mit Reduktion von gastrointestinalen Komplikationen sind anhand von mehreren kontrollierten klinischen Studien aufgezeigt worden. Für die empirisch beobachteten weiteren Effekte (antiallergisch, immunstabilisierend) fehlen bisher beweisende Studien. Die aktuelle Grundlagenforschung impliziert eine Wirkung von Radon via Apoptose auf der Ebene der Zytokine (TGFBeta1- Aktivierung) und der neuroregulatorischen Peptide (Substanz-P-Downregulation, Beta-Endorphin- und Enkephalin- Erhöhung) sowie der Reduktion freier Radikale (SOD-Aktivierung) und der Stimulation des DNA-Repairs. Im Vergleich zur durchschnittlichen jährlichen natürlichen Strahlenbelastung des deutschen Bundesbürgers (von 2,4 mSv) wird in der balneologischen Anwendung von Radon mit moderaten Dosen (von 0,02-1,8 mSv) gearbeitet. Stichworte
rheumatoide Arthritis, Spondylitis ankylosans, Kortison, Radon, NSAR