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Endoprothetik am rheumatischen oberen Sprunggelenk – Historie und Zukunftsperspektive

Zeitschrift:Arthritis und Rheuma
ISSN:0176-5167
Ausgabe:Hefte von 2008 (Vol. 28): Heft 3 2008
Seiten:149-155

Endoprothetik am rheumatischen oberen Sprunggelenk – Historie und Zukunftsperspektive

St. Schill1, S. Rehart2, B. Fink3
1Orthopädie Harthausen, Schön Kliniken Harthausen, Bad Aibling; 2Markus-Krankenhaus, Frankfurt a. M.; 3Orthopädische Klinik, Markgröningen

Zusammenfassung

Das differenzialtherapeutische Konzept in den fortgeschrittenen Larsen-Stadien 4 und 5 der rheumatischen Sprunggelenksarthritis umfasst neben der Arthrodese auch die prothetische Versorgung des oberen Sprunggelenks. Bedingt durch die kritischen Ergebnisse mit zementiert verankerten Sprunggelenksprothesen der ersten Generation wurde die Endoprothese lange Zeit als experimentell eingestuft und die Arthrodese als Methode der Wahl empfohlen. Die Nachteile der Sprunggelenksarthrodese liegen jedoch in der langen Ruhigstellung, der erhöhten mechanischen Belastung der subtalaren Gelenke und dem Pseudarthroserisiko. Die rekonstruktive Versorgung mit einer Sprunggelenksendoprothese ermöglicht dem Rheumapatienten im Vergleich zur Fusion eine wesentlich schnellere Remobilisierung mit Erhalt der Abrollvorgänge und Korrekturmöglichkeiten im Sprunggelenk. Die Entwicklung der Sprunggelenksendoprothetik beginnt Anfang der 1970er- Jahre mit der Einführung der Zweikomponenten-Prothesen. Nach anfänglich optimistischen Resultaten zeigten diese Modelle im mittelfristigen Verlauf nicht akzeptable Revisionsraten zwischen 20 und 40 %. Büchel und Pappas mit der B.P.-Prothese und H. Kofoed mit der S.T.A.R.®-Prothese inaugurierten das Prinzip der modernen meniskustragenden Dreikomponentenprothese. Zwischen der anatomisch geformten Taluskappe und einer planen Tibiabasisplatte bewegt sich – frei zur Tibia, geführt durch die Formgebung der Taluskomponente – ein Polyethylengleitkern. Die mittelfristigen Ergebnisse der aktuellen Dreikomponentenprothesen sind sehr ermutigend. In den vergangenen 15 Jahren wurden entscheidende Fortschritte im Hinblick auf Design und Technik der Sprunggelenksprothetik erreicht. Unsere Patienten können, nach einer gut implantierten Prothese, über einen mittelfristigen Zeitraum von acht bis zehn Jahren mit einer schmerzfreien Funktion des operierten Sprunggelenks rechnen. Trotz der einheitlich guten klinischen Ergebnisse mit den modernen Sprunggelenksimplantaten sind längst nicht alle Probleme gelöst. Basierend auf den Erfahrungen mit verschiedenen Prothesensystemen hat die Autorengruppe die TARIC®-Prothese entwickelt. Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend und wir hoffen, auch weiterhin über gleichwertige mittel- und langfristige Resultate berichten zu können.

Stichworte

rheumatoide Arthritis, Sprunggelenksprothese

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