Durchfall beim immungeschwächten Patienten
G. Lock (1)
(1) Klinik für Innere Medizin, Albertinenkrankenhaus Hamburg
Zusammenfassung
Das Auftreten einer Diarrhoe bei immunsupprimierten Patienten erfordert eine sehr sorgfältige Abwägung der möglicherweise zu Grunde liegenden Ursachen.Bei der HIV-Infektion ist die chronische Diarrhoe stark abhängig von der CD4-Zahl; dementsprechend ist mit Einführung der hochaktiven antiretroviralen Therapie die Diarrhoeprävalenz erheblich zurückgegangen. Neben viralen Infektionen wie der Cytomegalie spielen besonders auch parasitäre Erkrankungen wie eine Cryptosporidiose oder Microsporidiose eine wichtige Rolle.Im Kontext einer Immunsuppression auf Grund einer Organtransplantation muss bei Auftreten einer Diarrhoe differenzialdiagnostisch neben Infektionen immer auch an eine medikamenteninduzierte Diarrhoe gedacht werden, die insbesondere unter Mycophenolat Mofetil häufig auftreten kann.Bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kann unter immunsuppressiver Therapie neben einer Cytomegalie- oder Clostridium-difficile-assoziierten Colitis auch eine unzureichende Aktivitätsunterdrückung der Grunderkrankung Ursache einer anhaltenden Diarrhoe sein. Stichworte
Transplantation, HIV, Diarrhoe, Immunschwäche, Immunsuppressiva