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Low-carb-Diäten in der Adipositastherapie

Zeitschrift: Die Medizinische Welt – aus der Wissenschaft in die Praxis
ISSN: 0025-8512
Ausgabe: 2017 (Vol. 68): Heft 4 2017
Seiten: 170-177

Low-carb-Diäten in der Adipositastherapie

U. Rabast

Stichworte

Adipositastherapie, Low-carb-Diäten, Kohlenhydratreduzierte Diäten, vergleichende Untersuchungen

Zusammenfassung

Kohlenhydratreduzierte Diäten waren über mehr als ein Jahrhundert ein umstrittenes Therapieprinzip zur Gewichtsreduktion. Vor allem in den USA erfreuten sich derartige Diäten wiederkehrender Popularität. Zwischenzeitlich werden sie auch von hartnäckigen Gegnern des Verfahrens nicht nur negativ gesehen. Low-carb-Diäten sind eng mit dem Namen Atkins und der von ihm propagierten Diät verbunden. Unter weitgehendem Meiden von Kohlenhydraten (anfängliche Zufuhr ca. 20 g/Tag) kommt es trotz unbegrenzter Zufuhr von Fett und Eiweiß zur Gewichtsreduktion. Dabei gelingt es nicht, die sonst übliche Energiemenge aufzunehmen, wenn neben Protein nur ein weiterer Hauptnährstoff (Fett oder Kohlenhydrate) zugeführt wird. Das resultierende Energiedefizit liegt bei 600–800 kcal. Anhänger energetisch unlimitierter Diäten sehen den eintretenden Gewichtsverlust hierdurch nur unzureichend erklärt. In eigenen Untersuchungen fand sich eine ausgeprägtere Gewichtsreduktion unter der kohlenhydratreduzierten Variante einer energetisch limitierten Diät im Vergleich zu einer isoenergetischen kohlenhydratreichen Reduktionsdiät. In neueren Untersuchungen wurden diese Ergebnisse bestätigt. Positiv gesehen werden eine Reihe von Stoffwechseleffekten (u. a. Abfall von Insulin und Triglyzeriden, Anstieg der HDL-Konzentration). Nachteilig ist der Ketonkörperanstieg und der damit verbundene Anstieg der Serum-Harnsäure. Ferner wird die Entstehung von Urat- und Oxalatsteinen der Niere diskutiert. Den Königsweg in der Adipositastherapie gibt es nicht. Kohlenhydratreduzierte Diäten stellen aber eine Möglichkeit der Therapie dar. Sättigungseffekt und Durchhaltevermögen sind unter diesen Diäten gut. Damit kann im Vergleich zu anderen Diätformen mit einer besseren Gewichtsreduktion gerechnet werden.

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