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B. R. Brüggemann (1)
(1) Medizinische Hochschule Hannover, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie
Unterschiede von Verhaltens- und Erlebensweisen bei Frauen und Männern können nicht einfach durch hormonelle Einflüsse auf die Gehirnfunktion zurückgeführt werden, da psychosoziale Faktoren sich ebenso auf die Feinstruktur und Funktion des Gehirns auswirken können. Biologische Faktoren können einen direkten Einfluss auf Persönlichkeitsmerkmale und das Temperament einer Person haben und hierdurch indirekt auch die Geschlechtsrollenidentität einer Person beeinflussen. Das Temperament und die Persönlichkeitseigenschaften beeinflussen, wie ein Individuum seine Umwelt wahrnimmt, wie es mit ihr interagiert und welche Beziehungen und Bindungen es wählt. Der Einfluss der Umwelt und psychosozialer Faktoren kann sich dann wiederum auf der biologischen Ebene abbilden – zum Beispiel in Form von veränderten neuronalen Netzwerken. Es kann somit von einer ausgeprägten Gen-Umwelt-Interaktion ausgegangen werden. Geschlechtsabhängige Unterschiede hinsichtlich der Auftrittswahrscheinlichkeit und des Verlaufs psychischer Störungen können aus einem Zusammenspiel von biologischen und psychosozialen Faktoren resultieren.
Geschlecht, psychische Störungen, Depressive Störungen
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