Organspendebereitschaft
M. Heuer (2), G. M. Kaiser (2), F. H. Saner (2), Y. Erim (3), U. Wirges (4), A. Paul (2), G. Gerken (1), A. Canbay (1)
(1) Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Essen; (2) Klinik für Psychosomatik, Rheinische Kliniken Essen; (3) Deutsche Stiftung Organtransplantation, Region NRW, Essen; (4) Klinik für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinikum Essen;
Zusammenfassung
Eine Organtransplantation ist derzeit für Patienten mit chronischem oder akutem Organversagen in der Regel die Behandlungsoption der Wahl. Obwohl es in Deutschland täglich rund 12 Transplantationen gibt, versterben im selben Zeitraum drei Patienten. Hauptursache ist der Mangel an Spenderorganen.In diesem Kontext stellt die türkische Bevölkerungsgruppe den größten Anteil der in Deutschland lebenden Mitbürger mit Migrationshintergrund. Erkrankte Patienten dieser Bevölkerungsschicht werden entsprechend ihres Anteils auf den Wartelisten ebenso transplantiert, wie andere Patienten. Allerdings wirft die zur Organspende erbetene Einwilligung bei türkischen Familien mehr Probleme auf, als dies bei deutschen Familien der Fall ist.Um den Spenderkreis und damit auch das Organspenderpotenzial zu vergrößern, ist es notwendig die Einstellung zur Spendebereitschaft der größten Minorität in Deutschland zu überdenken und zu fördern; denn ohne die Bereitschaft aller Bevölkerungsgruppen ist der Versorgungsauftrag der Transplantationsmedizin nicht erfüllbar. Stichworte
Aufklärung, Religion, Organspende, Immigrant