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Hypogonadismus beim Mann

Zeitschrift:Die Medizinische Welt – aus der Wissenschaft in die Praxis
ISSN:0025-8512
Ausgabe:2010 (Vol. 61): Heft 1 2010
Seiten:37-43

Hypogonadismus beim Mann

Wann und wie behandeln?

M. Zitzmann (1)

(1) Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Universitätsklinikum Münster der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Zusammenfassung

Der Hypogonadismus des Mannes ist ein Zustand des Testosteronmangels, der einer Substitutionstherapie bedarf. Eine allgemein akzeptierte Definition dieses Zustands fehlt jedoch; auch kann bisher nicht endgültig beantwortet werden, wie stark das Krankheitsbild mit zunehmendem Alter assoziiert ist und wie es in seiner Ausprägung dadurch möglicherweise modifiziert wird. Gerade bei älteren Mänern wird eine verminderte Leydig-Zellaktivität in Kombination mit einer gestörten hypothalamisch-hypophysären Reaktivität beobachtet, sodass ein Androgenmangel begünstigt wird. Verstärkt wird dies durch viszerales Fett, d. h. in den meisten Fällen ein vorliegendes metabolisches Syndrom. Ungeachtet des Alters werden Serum-Testosteronspiegel unter 12 nmol/l mit Begleiterscheinungen des Androgenmangels als Indikation für eine Testosteron-Substitutionstherapie betrachtet; der Ausschluss eines Prostatakarzinoms stellt hierbei eine Vorbedingung dar. Das injizierbare Testosteronenanthat erzeugt Serumspiegel, die für 2–3 Wochen über dem unteren Grenzbereich liegen. Länger wirkende Ester, die Injektionsintervalle zwischen 10 und 14 Wochen ermöglichen, sind eine Behandlungsoption (injizierbares Testosteronundecanoat). Diese Ester sind günstig für die Substitutionstherapie bei jüngeren Männern, für ältere Patienten sind jedoch kürzer wirkende Präparate sinnvoll, da sie im Fall des Auftretens von Kontraindikationen (Prostatakarzinome) oder Nebenwirkungen (Polyzythämien) schneller abgesetzt werden können. Daher sollten bei älteren Männern vorzugsweise orale oder transdermale Präparate angewandt werden. Besonders letztere zeichnen sich durch eine dem physiologischen Rhythmus ähnliche Pharmakokinetik aus. Es sollte immer natürliches Testosteron verwandt werden, das aromatisiert werden kann, um östrogenabhängige Funktionen (beispielsweise im Knochenstoffwechsel) sicherzustellen.

Stichworte

Nebenwirkungen, Pharmakokinetik, Männlicher Hypogonadismus, alternder Mann, Testosteron

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