Mangelernährung bei geriatrischen Traumapatienten

Zeitschrift: Die Medizinische Welt – aus der Wissenschaft in die Praxis
ISSN: 0025-8512
Ausgabe: 2014 (Vol. 65): Heft 3 2014
Seiten: 129-134

Mangelernährung bei geriatrischen Traumapatienten

Ein unterschätztes Problem?

D. Eschbach (1), C. Bliemel (1), R. Aigner (1), C. Rolfes (2), S. Ruchholtz (1), B. Buecking (1)

(1) Abteilung für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Marburg, Marburg; (2) Abteilung für Anästhesie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Marburg, Marburg

Stichworte

Frailty, Mangelernährung, Geriatrisches Trauma, geriatrische Fraktur

Zusammenfassung

Die Inzidenz von Mangelernährung geriatrischer Patienten wird im Allgemeinen mit über 50 % angegeben. Mangelernährung bei geriatrischen Traumapatienten rangiert im Kollektiv der proximalen Femurfrakturen zwischen 30 und 50 %. Insgesamt erscheinen sowohl die angegebenen Häufigkeiten als auch die angewandten Messinstrumente inhomogen. Malnutrition führt zu einer Verschlechterung der Wundheilung, einer längeren postoperativen Immobilität, einem verlängerten Krankenhausaufenthalt sowie zu einer Steigerung der Mortalität. Unter Hinzuziehung bestehender Leitlinien erreichen das Mini Nutritional Assessment (MNA) sowie das Nutritional Risk Screening (NRS) eine ausreichende prädiktive Validität in diesem geriatrischen Patientengut, um ein Screening auf Mangelernährung durchzuführen. Bezüglich möglicher therapeutischer Interventionen ist die Studienlage limitiert: Vorhandene Studien zeigen oft eine geringe Patientenzahl und demente Patienten, die besonders häufig mangelernährt sind, wurden häufig ausgeschlossen. Eine Leitlinie explizit für dieses spezielle Patientengut existiert aktuell nicht. Ein suffizientes Screening des Ernährungszustandes sowie Daten zur Durchführbarkeit und Effizienz einer kurzfristigen perioperativen Nahrungsergänzung könnten einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung dieser oft multimorbiden und fragilen Patienten leisten.

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