Diagnostische und immuntherapeutische Perspektiven für die allogene Blutstammzelltransplantation
H.-A. Elsner, R. Blasczyk
Abteilung für Transfusionsmedizin (Leiter: Prof. Dr. med. Rainer Blasczyk), Medizinische Hochschule Hannover
Zusammenfassung
Die Transplantation von hämatopoetischen Stammzellenstellt eine potenziell kurative Therapieform für eineReihe von hämatologischen und nicht-hämatologischenSystemerkrankungen dar. Differenzen (Mismatche)zwischen Donor und Rezipient hinsichtlich der humanenLeukozytenantigene (HLA) erhöhen deutlich das Risikofür eine schwere akute Graft-versus-host-Erkrankung(GVHD) oder eine Transplantatabstoßung. Eine wesentlicheVerbesserung in der HLA-Diagnostik hat sich durchdie haplotypspezifische Sequenzierung und anschließendesoftwaregestützte Datenauswertung ergeben,wodurch die Genauigkeit bei der Spender-Empfänger-Auswahl verbessert werden konnte. Für den Fall, dassfür einen Patienten nur HLA-Mismatch Spender zurVerfügung stehen, kann mittels der HistoCheck-Softwareder vermutlich am wenigsten allogene Donor ermitteltwerden. Die Miteinbeziehung von Minor-Histokompatibilitätsantigenen(mHags) in den Spenderselektionsprozesskönnte ebenfalls dazu beitragen, den voraussichtlicham wenigsten allogenen Donor zu identifizieren.Darüber hinaus könnten mHags eine Möglichkeitdarstellen, die unerwünschte GVHD vom erwünschtenimmuntherapeutischen Graft-versus-Leukemia-Effektabzutrennen. Stichworte
Immuntherapie, HLA, Stammzelltransplantation, Graft-versus-host-Erkrankung (GVHD)