Hemmung der Tumorangiogenese
M. Medinger1, J. Drevs2
1 Universitätsspital Basel, Abteilung für Hämatologie, Petersgraben 4, CH-4031 Basel, Switzerland 2 Clinic SanaFontis, An den Heilquellen 2, 79111 Freiburg, Germany
Zusammenfassung
Aktuelle Therapiekonzepte bei Krebserkrankungen stützen sich hauptsächlich auf den Einsatz von Chemo- und Strahlentherapie. Diese therapeutischen Ansätze haben eine gute Antitumorwirksamkeit, sind jedoch auf Grund ihrer geringen Spezifität verbunden mit einer Vielzahl an Nebenwirkungen. Daher ist die Entwicklung neuer Medikamente mit zielgerichteten Strategien, sog. molecular targeted therapies, von großer Bedeutung. Damit Tumore wachsen können, benötigen sie Nährstoffe und Sauerstoff. Durch die Angiogenese, also die Einsprossung von Kapillaren in das Neoplasma, werden diese Substrate geliefert. Das Schlüsselmolekül der Angiogenese ist der vascular endothelial growth factor (VEGF). Daher sind VEGF und seine Rezeptoren ein interessanter Angriffspunkt für antitumorale Strategien. Verschiedene Ansätze VEGF zu beeinflussen wurden untersucht. Dabei wird im wesentlichen zwischen zwei Ansätzen unterschieden: 1. Hemmung des Liganden VEGF selbst 2. Hemmung der Rezeptoren von VEGF. Der Artikel gibt eine Übersicht über die wichtigsten Substanzen, die die VEGF-vermittelte Angiogenese bei malignen Erkrankungen beeinflussen. Stichworte
Angiogenese, VEGF, monoklonale Antikörper, Tyrosinkinase-Inhibitoren