Ernährungstherapie bei HIV-Infektion und Aids
Ch. Meinhold
Praxis für Ernährungsberatung Meinhold, Bonn und Köln
Zusammenfassung
Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) hat den
Fokus der Ernährungstherapie von HIV-Infizierten gewandelt.
Wasting und HIV-spezifische Ernährungsprobleme
treten wesentlich weniger auf, hingegen steigt die Anzahl
der Langzeitnebenwirkungen, insbesondere in Form des Lipodystrophie-
Syndroms. Die Ernährungstherapie richtet
sich nach den jeweiligen Krankheitsspezifika des HIV-Stadiums
sowie nach den auftretenden Symptomen. Im Mittelpunkt
stehen eine adäquate Nährstoffzufuhr sowie die
Vermeidung von Defiziten. Besondere Beachtung finden
hierbei eine ausreichende Aufnahme an Protein, Vitaminen
und Antioxidantien. Darüber hinaus ist die Prävention von
Lebensmittelinfektionen wichtig. Bei symptomatischen
HIV-Patienten steht vor allem die Linderung der Symptomatik
sowie der Erhalt und Aufbau der stoffwechselaktiven
Körperzellmasse (BCM) im Vordergrund. Zur frühzeitigen
Erkennung von BCM-Verlusten ist eine regelmäßige Bestimmung
des Körpergewichts und der Körperzusammensetzung
mittels Bioelektrischer Impedanzanalyse (BIA)
wichtig. Bei den mit dem Lipodystrophie-Syndrom einhergehenden
Dyslipidämien haben therapeutische Lebensstiländerungen
(Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion,
Ausdauersport) Vorrang vor medikamentösen Interventionen.
Stichworte
HIV, Aids, Malnutrition, Lipodystrophie-Syndrom