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D. Wedekind; B. Bandelow; T. Wobrock; P. Falkai
Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie, Zentrum Psychosoziale Medizin, Georg-August-Universität Göttingen
Die umfassenden Entwicklungen in der biologisch orientierten Psychiatrie haben konsequenterweise zu einer zunehmenden Spezialisierung des Fachgebiets geführt, die eine allgemeine Psychiatrie zunehmend aus dem Leistungsportofolio der klinischen Versorgung zu drängen droht. Psychiatrische Störungen gehören heute weltweit zu den Erkrankungen mit der höchsten und nachhaltigsten Einschränkung von Lebensqualität. Die immer noch große Anzahl chronifizierter Patienten stellen eine enorme gesundheitsökonomische und gesellschaftliche Herausforderung an eine Psychiatrie, die zunehmend evidenzbasiert und biologisch orientiert handelt. Eine effektive und effiziente Pharmakotherapie spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Exemplarisch sollen hier neuere Entwicklungen anhand der leitliniengerechten Pharmakotherapie dreier großer Störungsgruppen, der Schizophrenie, der Depression und der Angststörungen dargestellt werden. Neben den klassischen Pharmaka spielen zunehmend Substanzen mit einem neuen Wirkprinzip dabei eine Rolle. In der Therapie der Schizophrenie wird in den neueren Leitlinien der Vorteil der Antipsychotika der zweiten Generation (sogenannten Atypika) weiter relativiert und mehr unter Aufhebung des generellen Klasseneffektes auf ein individuelles Therapieregime unter Abwägung des individuellen Risiko-Nutzen-Verhältnisses verwiesen. Während in der Therapie der generalisierten Angststörung zunehmend Pregabalin eingesetzt wird, ist in der Therapie der unipolaren Depression mit Agomelatin das erste Präparat auf dem Markt, das durch den Agonismus am Melatoninrezeptor antidepressiv wirkt. Bei den Stimulationsverfahren gewinnt zunehmend die Vagusnervstimulation (VNS) bei medikamentöser Therapieresistenz an Bedeutung.
Leitlinien, Pharmakotherapie, Gesundheitsökonomie
| 1. | ||
W. Häuser Ärztliche Psychotherapie 2008 3 2: 96-101 | ||
| 2. | ||
N. Vasic, B. Connemann, R. C. Wolf Nervenheilkunde 2008 27 6: 565-576 | ||
| 3. | ||
A. Diefenbacher1, W. Gaebel2 Die Psychiatrie 2008 5 2: 101-108 | ||