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Begutachtungen zur Schuldunfähigkeit und verminderten Schuldfähigkeit

Zeitschrift: Die Psychiatrie - Grundlagen und Perspektiven
ISSN: 1614-4864
Thema:

Forensische Psychiatrie und Psychotherapie

Ausgabe: 2013 (Vol. 10): Heft 3 2013
Seiten: 152-159

Begutachtungen zur Schuldunfähigkeit und verminderten Schuldfähigkeit

N. Nedopil (1), A. Boetticher (2)

(1) Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig Maximilians Universität München, Abteilung für Forensische Psychiatrie, München; (2) Bundesrichter a.D.

Stichworte

Schuldunfähigkeit, Zweistufigkeit, juristisch-psychiatrischer Diskurs, Mindestanforderungen an Schuldfähigkeitsgutachten

Zusammenfassung

Der Begriff der Schuldunfähigkeit wurde erst nach dem 2. Weltkrieg als Grundlage für Straffreiheit oder Strafminderung bei psychisch Kranken in das deutsche Strafrecht aufgenommen. Die Anwendung dieses Konstruktes ist Strömungen des Zeitgeistes und des ständigen Diskurses zwischen der Strafrechtspraxis und der forensischen Psychiatrie unterworfen und nur begrenzt abhängig von empirisch-naturwissenschaftlichen oder medizinischen Erkenntnissen. In diesem Diskurs haben Fachvertreter von beiden Seiten gemeinsam versucht, Konzept und Struktur von Begutachtung und Beurteilung so festzulegen, dass Handlungsanweisungen für Gutachter und Beurteilungskriterien für Gerichte möglichst eindeutig und transparent werden, den wechselseitigen Dialog erleichtern aber auch die jeweiligen Fragen und Schlussfolgerungen überprüfbar machen können. Die systematische Anwendung von Diagnosesystemen, die Zuordnung zu den juristischen Eingangsmerkmalen, die Einhaltung eines zweistufigen Beurteilungsprozesses und die Einhaltung einer Konvention der Schweregradbeurteilung sind die konzeptionellen Voraussetzungen, die getrennte Darstellung der Informationsquellen, die Trennung von Datenerhebung, Befund, Kommentar und Schlussfolgerung gehören zu den strukturellen Anforderungen an Gutachten, die den derzeitigen Qualitätsstandards genügen können.

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