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Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Störung der Geschlechtsidentität (ICD-10 F64) als Hauptdiagnose

Zeitschrift: Die Psychiatrie - Grundlagen und Perspektiven
ISSN: 1614-4864
Thema:

WPA XVII World Congress of Psychiatry

Ausgabe: 2017 (Vol. 14): Heft 4 2017
Seiten: 217-222

Krankenhausaufenthalte aufgrund einer Störung der Geschlechtsidentität (ICD-10 F64) als Hauptdiagnose

Psychiatrische und psychotherapeutische Krankenhausaufenthalte aufgrund einer ICD-10 F64 „Störung der Geschlechtsidentität“ Hauptdiagnose zwischen 2000 und 2015

F. Brunner (1), G. M. Reed (2, 3), T. O. Nieder (1), P. Briken (1)

(1) Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie, Direktor: Prof. Dr. med. Peer Briken; (2) Department of Mental Health and Substance Abuse, World Health Organization, Geneva, Switzerland; (3) Global Mental Health Program, Columbia University Medical Center, New York, NY, USA

Stichworte

Psychische Gesundheit, Patientenversorgung, Krankenhaus, Transgender

Zusammenfassung

Fragestellung: Die Studie untersucht, (1) ob sich die Inanspruchnahme stationärer Krankenhausbehandlung aufgrund der Hauptdiagnose Geschlechtsidentitätsstörungen (ICD-10 F64) in den Jahren zwischen 2000 und 2015 verändert hat und (2) welchen Anteil psychiatrische, psychotherapeutische und psychosomatische Behandlungen ausmachen. Methode: Aus der Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes wurden die F64-Diagnosedaten analysiert. Ergebnisse: Die Fallzahlen von stationär behandelten Krankenhauspatienten mit einer F64 Hauptdiagnose haben sich von 2000 bis 2015 mehr als verdreifacht. Dieser Anstieg ist in den somatischen Fächern, insbesondere der Chirurgie, Gynäkologie und Urologie, zu verzeichnen. Die Behandlung von stationär aufgenommenen Patienten aufgrund einer F64 Hauptdiagnose in den psychosozialen Krankenhausabteilungen hat im gleichen Zeitraum abgenommen. Schlussfolgerung: Die Daten geben keinen Aufschluss über die Bedeutung der psychosozialen Fächer für die Versorgung von Transgender Personen, da diese hauptsächlich ambulant erfolgen dürfte. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass stationäre psychiatrische oder psychotherapeutische Behandlungen sehr selten sind, wohingegen in anderen Krankenhausabteilungen ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen ist. Letzteres dürfte den Wandel sozialer Einstellungen und eine stärkere Integration von Transgender Gesundheitsversorgung widerspiegeln.

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