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ADHS – neue Evidenz für die Therapie mit Atomoxetin

Zeitschrift:Die Psychiatrie - Grundlagen und Perspektiven
ISSN:1614-4864
Ausgabe:2010 (Vol. 7): Heft 1 2010
Seiten:43-52

ADHS – neue Evidenz für die Therapie mit Atomoxetin

M. Huss

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz

Zusammenfassung

Atomoxetin ist ein hoch selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, der in Deutschland seit Ende 2004 für die Pharmakotherapie von Kindern ab sechs Jahren und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zugelassen ist. Erwachsene mit ADHS können weiterbehandelt werden, wenn sie als Kinder bzw. Jugendliche von der Therapie mit Atomoxetin profitiert haben. Für die Wahl von Atomoxetin sprechen neben der in zahlreichen Studien belegten therapeutischen Wirkung auf die ADHS-Kernsymptomatik und die psychosoziale Funktionalität auch die allgemein gute Verträglichkeit und das fehlende Sucht- beziehungsweise Missbrauchspotenzial. Da der Wirkstoff nicht zu den Psychostimulanzien zählt, ist für die Verordnung kein Betäubungsmittel-Rezept erforderlich. Seit der Zulassung wurden weltweit zahlreiche Patienten mit dem hoch selektiven Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer behandelt. Aktuelle Untersuchungen sowie die bisher in der Kurz- und Langzeittherapie gesammelten Praxiserfahrungen bestätigen die in den Zulassungsstudien dokumentierte Wirksamkeit und Verträglichkeit des Wirkstoffs bei einmal täglicher Gabe. Von der Therapie können auch Patienten mit komorbiden psychiatrischen Störungen profitieren.

Stichworte

Pharmakotherapie, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Atomoxetin, hoch selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer

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