Depression und Schmerz Epidemiologie, Pathophysiologie und Therapiestrategie
A. Pfennig, M. Bauer
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Mitte
Zusammenfassung
Depressionen und Schmerz sind häufige komorbide Erkrankungen, die sich gegenseitig negativbeeinflussen und die Lebensqualität der Patienten erheblich beeinträchtigen. Gemeinsamgenutzte neurobiologische zentralnervöse Strukturen und Neurotransmittersysteme erklärenu. a. die Überschneidungen der Symptomatik und die Wirksamkeit antidepressiverMedikamente gegen Schmerzen. Eine umfassende Aufmerksamkeit für die Symptomvielfaltder Depression könnte helfen, Patienten mit komorbiden Schmerzsymptomen frühzeitig eineradäquaten Behandlung zuzuführen und damit häufig auftretende Residualsymptome zuverhindern. Eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit ist nötig, um möglichst mehrereSymptombereiche gleichzeitig effektiv und letztlich den Patienten ganzheitlich zu behandeln.Randomisierte kontrollierte Studien zum Vergleich der Effektivität verschiedener antidepressiverWirkstoffgruppen als auch der Kombination von medikamentösen und nicht-medikamentösenBehandlungsstrategien in der Linderung von Schmerzen sind dringend nötig. Stichworte
Depression, Schmerz, Komorbidität, Antidepressiva