Verhaltensmodifizierung bei psychischen, körperlichen und komorbiden Erkrankungen
E. Hermann1, J. Margraf2
1Klinik Meissenberg AG, Zug; 2Fakultät Abteilung für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Basel
Zusammenfassung
Die Verhaltenstherapie ist eine auf der empirischen Psychologie basierende psychotherapeutische Grundorientierung. Ihre Verfahren streben aufgrund von Störungs- und Änderungswissen eine systematische Besserung der zu behandelnden Problematik resp. Störung an. Sie verfolgen konkrete und operationalisierte Ziele auf den verschiedenen Ebenen des Verhaltens und Erlebens, leiten sich aus einer Störungsdiagnostik und individuellen Problemanalyse ab und setzen an prädisponierenden, auslösenden und/oder aufrechterhaltenden Problembedingungen an. Zu ihren Grundprinzipien gehört weiterhin, dass Verhaltenstherapie transparent, problem- handlungs- und zielorientiert ist, nicht auf das therapeutische Setting begrenzt ist und Hilfe zur Selbsthilfe sein soll. Verhaltenstherapie als angewandte Wissenschaft wird maßgeblich vom methodologischen Behaviorismus (Suche nach Gesetzmäßigkeiten, Beobachtbarkeit, Operationalisierbarkeit, empirische Testbarkeit, experimentelle Prüfung) geprägt. Die Verhaltenstherapie hat den Anspruch, ihre Effektivität empirisch abzusichern. Insgesamt ist Verhaltenstherapie eine außerordentlich gut belegte psychotherapeutische Grundorientierung mit umfangreichem Wissen zu Ätiologie, Diagnostik und Therapiewirkungen. Das störungsspezifische Vorgehen hat dabei maßgeblich zur guten Wirksamkeit beigetragen. Stichworte
Qualitätssicherung, Wirksamkeit, Verhaltenstherapie, Benchmarkbildung