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Y. W. van den Berg (1), H. H. Versteeg (1)
(1) Einthoven Laboratory for Experimental Vascular Medicine, department of thrombosis and haemostasis, Leiden University Medical Centre, Leiden, the Netherlands
Der flTF (full length tissue factor) initiiert die Gerinnung, verfügt aber durch die Protease-aktivierten Rezeptoren (PARs) auch über andere Funktionen, wie Inflammation und Angiogenese. Im Jahr 2003 wurde eine lösliche Variante des flTF beschrieben, die durch ein alternatives Splicing entsteht. Seit seiner Entdeckung wird über die Rolle des alternativ gespleißten Tissue-Faktors (asTF) bei der Gerinnung diskutiert. Der asTF könnte gerinnungsfördernde Eigenschaften besitzen, aufgrund struktureller Unterschiede im Vergleich zu flTF ist die Gerinnungsfunktion bei asTF jedoch möglicherweise relativ gering. Allerdings scheint asTF, ähnlich wie flTF, nicht hämostatischen Eigenschaften zu besitzen; die Expression von asTF in Tumoren korreliert positiv mit der Tumorgröße, der Anzahl der Gefäße und einem schlechteren Überleben bei bestimmten Tumorarten und verstärkt in Tiermodellen das Tumorwachstum. Interessanterweise fördert asTF im Gegensatz zu flTF die Angiogenese nicht über die Aktivierung der PARs, sondern vielmehr über die Ligation von Integrinen. Von zentraler Bedeutung ist flTF bei kardiovaskulären Erkrankungen, man weiß jedoch wenig über die Rolle von asTF bei diesen Erkrankungen. asTF wird in Monozyten und Makrophagen gebildet, daher könnte asTF mit makrophagealem Ursprung zu arteriosklerotischen Erkrankungen beitragen. Abschließend kann man sagen, dass die Erforschung der nicht-hämostatischen Eigenschaften des asTF neue Einblicke in die Pathophysiologie und Diagnostik von Krebs und kardiovaskulären Erkrankungen schaffen könnte.
Krebs, Angiogenese, kardiovaskuläre Erkrankung, Integrine
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| 2. | ||
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M. Medinger1, J. Drevs2 Die Medizinische Welt 2006 57 10: 437-441 | ||