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Antiphospholipidsyndrom

Zeitschrift:Hämostaseologie
ISSN:0720-9355
Ausgabe:Hefte von 2010 (Vol. 30): Heft 3 2010 (123-178)
Seiten:139-143

Antiphospholipidsyndrom

Aktuelle Einblicke in die Labordiagnostik und Pathophysiologie

G. M. A. van Os (1, 2), R. T. Urbanus (1), C. Agar (2), J. C. M. Meijers (2), P. G. de Groot (1)

(1) Department of Clinical Chemistry and Haematology, University Medical Center, Utrecht, The Netherlands; (2) Department of Experimental Vascular Medicine, Academic Medical Center, Amsterdam, The Netherlands

Zusammenfassung

Das Antiphospholipidsyndrom (APS) ist eine nicht entzündliche Autoimmunerkrankung, die durch Antiphospholipid-Antikörper (aPL) im Plasma von Patienten mit vaskulärer Thrombose, rezidivierenden Schwangerschaftskomplikationen oder beidem gekennzeichnet ist (1, 2). Das Vorhandensein von aPL im Patientenplasma kann entweder über eine Verlängerung der Phospholipid-abhängigen Gerinnungstests (Lupus-Antikoagulans, LA) oder mittels Festphasen-Immunassay gegen β2-Glykoprotein-1 (β2GP-1) bzw. gegen das Phospholipid Cardiolipin festgestellt werden (Anti-β2GP-1-ELISA bzw. Anti-Cardiolipin-ELISA) (3). Lange Zeit gab es erhebliche Verwirrung darüber, wer unter dem Syndrom leidet und wer nicht. Um diese Kontroverse aufzulösen, wurde 1999 in Sapporo eine internationale Konsensuskonferenz einberufen, die Klassifikationskriterien für Patienten mit APS formulieren sollte (4). Diese Kriterien wurden 2004 in einer weiteren internationalen Konsensuskonferenz in Sydney aktualisiert (5). Die Klassifikationskriterien wurden für wissenschaftliche Zwecke definiert und sollten als Einschlusskriterien für Patientenstudien dienen. Sie wurden ausdrücklich nicht für diagnostische Zwecke definiert. Jedoch werden diese Kriterien in der Praxis zur Diagnostik genutzt. Dies ist sehr unglücklich, da die Spezifität der verschiedenen aPL-Assays bei der Aufdeckung der für APS charakteristischen klinischen Manifestationen strittig ist. Eines der Ziele bei der Definition der Kriterien bestand darin, Studien zu initiieren, in denen die Bedeutung der einzelnen Anti-Phospholipid-Antikörper-Assays als Biomarker für das Risiko von Thrombosen und Schwangerschaftsmorbidität untersucht werden sollte. Der jüngst erreichte Fortschritt bei diesem wichtigen Problem wird diskutiert.

Stichworte

Antiphospholipid-Antikörper, β2-Glykoprotein-1, Lupus-Anti-, koagulans

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