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Hormonelle Kontrazeption bei thrombophilen Jugendlichen– Thromboserisiko und Empfehlungen

Zeitschrift:Hämostaseologie
ISSN:0720-9355
DOI:http://dx.doi.org/10.5482/ha-1177
Ausgabe:Hefte von 2012 (Vol. 32): Heft 1 2012 (1-86)
Seiten:15-21

Hormonelle Kontrazeption bei thrombophilen Jugendlichen– Thromboserisiko und Empfehlungen

H. Rott (1)

(1) Gerinnungszentrum rhein-ruhr, Duisburg, Germany

Zusammenfassung

Ungefähr 3,2 Millionen Frauen in Deutschland sind zwischen 14 und 19 Jahre alt, dies entspricht ca. 19% der Frauen. 55% von ihnen verwenden kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK). Das Risiko für venöse thromboembolische Erkrankungen (VTE) während der Einnahme von KOK ist ca. 2- bis 6-fach erhöht. Für thrombophile Patientinnen ist das Risiko je nach Schweregrad der Thrombophilie deutlich höher. Schwangerschaft und Wochenbett sind allerdings mit einem deutlich höheren Risiko für VTE verbunden im Vergleich zur KOK-Einnahme, sowohl bei Frauen mit wie auch ohne thrombophilen Defekt. KOK unterscheiden sich im VTE-Risiko je nach der Art des enthaltenen Gestagen-Anteils und der Östrogendosis. Reine gestagenhaltige Verhütungsmittel, z. B. rein gestagenhaltige Pillen, erhöhen dagegen das Thrombosrisiko nicht, da Gestagene nicht zur Gerinnungsaktivierung führen. Schlussfolgerung: Es ist also nicht gerechtfertigt, thrombophilen Patientinnen generell eine hormonelle Kontrazeption zu verweigern, insbesondere im Hinblick auf das deutlich höhere VTE-Risiko im Rahmen einer evtl., ggf. auch ungewollten, Schwangerschaft. Vielmehr sollte auf die Möglichkeit der rein gestagenhaltigen Kontrazeption aufmerksam gemacht werden v. a. bei adoleszenten Frauen.

Stichworte

Thrombophilie, Jugendliche, Kontrazeption, KOK, Gestagenpillen

DOI

http://dx.doi.org/10.5482/ha-1177

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