Anzeige

Dabigatran zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern

Zeitschrift: Hämostaseologie
ISSN: 0720-9355
Thema:

Innovative Antithrombotika

DOI: http://dx.doi.org/10.5482/ha-1196
Ausgabe: Hefte von 2012 (Vol. 32): Heft 3 2012 (171-242)
Seiten: 216-220

Dabigatran zur Schlaganfallprophylaxe bei Vorhofflimmern

S. H. Hohnloser (1), H.-C. Diener (2)

(1) J. W. Goethe University, Frankfurt am Main; (2) Department of Neurology, University Duisburg-Essen, Essen

Stichworte

Antikoagulation, Schlaganfall, Vorhofflimmern, Dabigatran, Warfarin

Zusammenfassung

Dabigatran ist ein neuer direkter Thrombininhibitor, der unlängst für die primäre und sekundäre Schlaganfallsprävention bei Patienten mit Vorhofflimmern zugelassen wurde. In der entscheidenden Zulassungsstudie, der RE-LY Studie, war Dabigatran in einer Dosierung von 110 mg zweimal täglich mit einer Schlaganfallsrate assoziiert, die derjenigen von Vitamin-K-Antagonisten ähnlich war. Es traten aber signifikant weniger schwerwiegende Blutungen auf. In der höheren Dosierung von Dabigatran 150 mg zweimal täglich zeigte sich eine signifikant niedrigere Schlaganfallsinzidenz als unter Warfarin bei vergleichbarem Blutungsrisiko. Beide Dosierungen waren mit einer 60–70%igen Reduktion des Risikos eines hämorrhagischen Schlaganfalls assoziiert verglichen mit der Vitamin-K-Antagonisten-Therapie. Die niedrigere Dabigatrandosierung sollte bei Patienten im Alter über 75–80 Jahren präferiert werden, da die höhere Dosierung mit einer altersabhängigen Zunahme extrakranieller Blutungen assoziiert war. In RE-LY wurden numerisch mehr Myokardinfarkte in den Dabigatran-behandelten Patienten beobachtet, jedoch war der Unterschied nicht statistisch signifikant. Andere Myokard-ischämische Ereignisse waren in allen Gruppen vergleichbar häufig aufgetreten.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
T. Duning1, P. Kirchhof2, S. Knecht1

Nervenheilkunde 2008 27 3: 175-186

2.
K. Winbeck, B. Conrad, D. Sander

Nervenheilkunde 2004 23 3: 138-

3.
Neue Wirkstoffe

S. Zellerhoff (1), T. Lewalter (2, 3), L. Eckardt (1), A. Treszl (3, 4), K. Wegscheider (3, 4), G. Breithardt (1, 3)

Die Medizinische Welt 2013 64 6: 357-365