Anzeige

Das Rezidivrisiko von Thromboembolien an ungewöhnlicher Lokalisation

Zeitschrift: Hämostaseologie
ISSN: 0720-9355
Thema:

Rezidivthrombose

DOI: http://dx.doi.org/10.5482/HAMO-13-03-0006
Ausgabe: Hefte von 2013 (Vol. 33): Heft 3 2013 (189-252)
Seiten: 225-231

Das Rezidivrisiko von Thromboembolien an ungewöhnlicher Lokalisation

N. Riva (1), F. Dentali (1), M. P. Donadini (1), A. Squizzato (1), W. Ageno (1)

(1) Research Center On Thromboembolic Disorders and Antithrombotic Therapies, Department of Clinical and Experimental Medicine, University of Insubria, Varese, Italy

Stichworte

Rezidiv, zerebrale Venenthrombose, retinaler Venenverschluss, splanchnische Venenthrombose

Zusammenfassung

Die Bezeichnung Venenthrombosen an ungewöhnlicher Lokalisation steht für Manifestationen venöser Thromboembolien, die außerhalb von den unteren Extremitäten oder der Lunge auftreten, und besondere pathophysiologische Eigenschaften und eine spezielle Anamnese aufweisen. Langzeitdaten über den klinischen Verlauf von Venenthrombosen an ungewöhnlicher Lokalisation sind im Allgemeinen sehr spärlich, da es sich oft um wenig umfangreiche und meistens retrospektive Studien handelt Die Rezidivrate zerebraler Venenthrombosen liegt bei ungefähr 2 pro 100 Patientenjahre; die einzigen identifizierten Prädispositionsfaktoren sind männliches Geschlecht und Thrombose in der Vorgeschichte. Bei retinalen Venenverschlüssen wurden in vier Jahren bei 2.5% Rezidive im selben Auge und bei 11.9% Rezidive im anderen Auge beobachtet. Ein signifikanter Zusammenhang bestand zwischen Rezidiven und Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie und Hyperhomocysteinämie. Die Rezidivraten splanchnischer Venenthrombosen sind schwer einzuschätzen, da die Patienten sehr heterogen sind; bei Patienten mit Zirrhose werden höhere Rezidivraten berichtet (27–38,5%). Als unabhängige prognostische Faktoren kristallisierten sich Hormontherapien, myeloproliferative Neoplasien oder andere prothrombotische Zustände sowie fehlende Antikoagulationstherapie heraus. Ziel künftiger Studien sollte sein, das Rezidivrisiko in verschiedenen Patientengruppen besser einzuschätzen und präzise Prognosemarker zu identifizieren.

Artikel, die Sie auch interessant finden könnten...

1.
K. Rahbar1, V. Hutzenlaub1, R.-J. Fischer2, O. Schober1, B. Riemann1

Nuklearmedizin 2008 47 5: 188-193

http://dx.doi.org/10.3413/nukmed-0147

2.
R. Fischer 1 , H. G. Kluess 2 , N. Frings 3 , C. Duff 1

Phlebologie 2003 32 3: 54-59

3.
K. Kamenica1, Th. Brill4, J. Hirschberger2, R. Köstlin3, W. Hermanns1

Tierärztliche Praxis Kleintiere 2008 36 2: 127-134