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Antikoagulation während und nach akutem Koronarsyndrom

Zeitschrift: Hämostaseologie
ISSN: 0720-9355
Thema:

58. Jahrestagung der Gesellschaft für Hämostase- und Thromboseforschung e.V.
Translational Medicine on the Road to Tailored Therapies

DOI: http://dx.doi.org/10.5482/HAMO-13-09-0048
Ausgabe: Hefte von 2014 (Vol. 34): Heft 1 2014 (1-108)
Seiten: 72-77

Antikoagulation während und nach akutem Koronarsyndrom

I. Ahrens (1), C. Bode (1), A. Zirlik (1)

(1) Cardiology and Angiology I, Heart Center Freiburg University

Stichworte

Heparin, Antikoagulation, Fondaparinux, Akutes Koronarsyndrom, Rivaroxaban, Bivalirudin, Enoxaparin, Pegnivacogin

Zusammenfassung

Die derzeitige antithrombotische Therapie bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom umfasst Antiplättchen- und antikoagulative Therapie. Die duale Plättchenhemmung bestehend aus Aspirin sowie einem P2Y12-Inhibitor der dritten Generation (Prasugrel oder Ticagrelor) stellt den Goldstandard dar, während Aspirin zusammen mit einem P2Y12-Inhibitor der zweiten Generation (Clopidogrel) beim Vorhandensein von Kontraindikationen für P2Y12-Inhibitoren der dritten Generation oder aber bei hohem Blutungsrisiko als Alternative eingesetzt wird. In der klassischen antikoagulativen Therapie gilt unfraktioniertes Heparin nach wie vor als Therapiestandard besonders bei Patienten, die interventionell behandelt werden. Neue alternative parenterale Antikoagulationsstrategien umfassen den Einsatz von niedermolekularen Heparinen, z. B. Enoxaparin, und dem synthetischen Pentasaccharid Fondaparinux. Beide Substanzen teilen Vorteile im Vergleich zum unfraktionierten Heparin, besonders bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die konservativ behandelt werden. Der direkte parenterale Faktor-IIa(Thrombin)-Inhibitor Bivalirudin ist genauso effektiv wie die Kombination aus unfraktioniertem Heparin plus Glykoprotein-IIb/IIIa-Inhibitor bei Patienten mit NSTEMI und sogar überlegen zu dem genannten Regime bei STEMI-Patienten, sofern Bivalirudin als einziges Antikoagulanz während der PCI genutzt wird. Der neue Ansatz einer Langezeitbehandlung mit einer niedrigen Dosis des oralen Faktor-Xa-Inhibitors Rivaroxaban in der Post-ACS-Phase konnte in der Atlas-II-Studie die kardiovaskuläre Mortalität weiter reduzieren. Allerdings muss sich dieses Konzept in der Klinik in Verbindung mit P2Y12-Inhibitoren der dritten Generation bewähren. Diese Übersichtsarbeit diskutiert ausführlich die etablierten Antikoagulanzien für die Behandlung des akuten Koronarsyndroms sowie neue Ansätze, z. B. Rivaroxaban.

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