Die endoprothetische Versorgung des oberen Sprunggelenkes bei hämophiler Arthropathie
R. Scholz1, U. Scholz2
1Universitätsklinikum Leipzig AöR, Orthopädische Klinik und Poliklinik, Leipzig 2Zentrum für Blutgerinnungsstörungen, Labor Dr. Reising-Ackermann und Partner, Leipzig
Zusammenfassung
Die endoprothetische Versorgung des oberen Sprunggelenkes aufgrund einer ausgeprägten Arthrose hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gegenüber der etablierten Arthrodese hat sich die Alloarthroplastik zu einer guten Alternative entwickelt. Die Hauptindikationen zur Implantation einer Sprunggelenksendoprothese sind die sekundären Arthrosen bei rheumatischen Erkrankungen und posttraumatischen Zuständen. Kasuistische Berichte über den endoprothetischen Ersatz bei hämophiler Arthropathie zeigen übereinstimmend mit den eigenen Fällen, dass der Kunstgelenkersatz am oberen Sprunggelenk unter bestimmten Voraussetzungen ein erfolgreiches Behandlungsverfahren auch in dieser Klientel sein kann. Der besondere Vorzug ist im Erhalt einer für Alltagsbewegungen ausreichenden Beweglichkeit und damit einer physiologischeren Gangabwicklung zu sehen. Mit neuen Osteosynthesetechniken ist im Versagensfall eine relativ sichere Rückzugsmöglichkeit bei den meist noch jüngeren Patienten gegeben. Bei schmerzhafter und funktionsbehindernder fortgeschrittener Arthrose am oberen Sprunggelenk kann auch bei hämophiler Arthropathie die endoprothetische Versorgung erwogen werden. Stichworte
Sprunggelenk, hämophile Arthropathie, endoprothetischer Ersatz, Sprunggelenkarthrodese