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Thrombozytenfunktionshemmer in der akuten und langfristigen Schlaganfallprävention

Zeitschrift:Hämostaseologie
ISSN:0720-9355
Ausgabe:Hefte von 2009 (Vol. 29): Heft 4 2009 (313-408)
Seiten:326-333

Thrombozytenfunktionshemmer in der akuten und langfristigen Schlaganfallprävention

Acute and long-term treatment strategies

R. Weber (1), C. Weimar (1), H.-C. Diener (1)

(1) Department of Neurology and Stroke Center, University Duisburg-Essen, Essen, Germany

Zusammenfassung

Aspirin ist in der Schlaganfall-Primärprophylaxe bei Frauen wirksam, während es bei Männern zwar das Herzinfarktrisiko, aber nicht signifikant das Schlaganfallrisiko senkt. Bisher wurde nur für Aspirin ein Nutzen in der Akutbehandlung (erste 48 Stunden) des ischämischen Schlaganfalles nachgewiesen. Sowohl die Kombination Aspirin/Dipyridamol als auch Clopidogrel sind in der Verhinderung kardiovaskulärer Ereignisse wirksamer als eine Aspirin-Monotherapie. Potentere Thrombozytenfunktionshemmer oder die Kombination Aspirin/Clopidogrel können zwar mehr ischämische Ereignisse verhindern, sind aber mit einem deutlich höheren Blutungsrisiko bei Schlaganfallpatienten behaftet. Bei Patienten mit einem nicht kardioembolischen Schlaganfall sind Thrombozytenfunktionshemmer einer oralen Antikoagulation aufgrund eines geringeren Blutungsrisikos vorzuziehen. Die orale Antikoagulation ist bei nachgewiesenem Vorhofflimmern in der Schlaganfallprävention wirksamer als Thrombozytenfunktionshemmer und sollte anhand des Lebensalters und dem individuellen Risikoprofil erfolgen. Aspirin ist sowohl bei Schlaganfallpatienten mit intrakraniellen Stenosen als auch bei einem nachgewiesenen offenen Foramen ovale das Mittel der ersten Wahl.

Stichworte

Antikoagulation, Thrombozytenfunktionshemmer, ischämischer Schlaganfall, Transiente ischämische Attacke, Sekundärprävention, Primärprävention

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