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ADAMTS13-Aktivität und Mutationen in Japan

Zeitschrift: Hämostaseologie
ISSN: 0720-9355
Thema:

Thrombotic microangiopathies

DOI: http://dx.doi.org/10.5482/HAMO-12-11-0017
Ausgabe: Hefte von 2013 (Vol. 33): Heft 2 2013 (77-188)
Seiten: 131-137

ADAMTS13-Aktivität und Mutationen in Japan

T. Miyata (1), K. Kokame (1), M. Matsumoto (2), Y. Fujimura (3)

(1) Department of Molecular Pathogenesis, National Cerebral and Cardiovascular Center, Japan; (2) Department of Blood Transfusion Medicine, Nara Medical University, Japan; (3) Department of Blood Transfusion Medicine, Nara Medical University, Japan

Zusammenfassung

Die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), eine lebensbedrohliche Erkrankung, kann durch kongenitalen oder erworbenen Mangel an Metalloprotease ADAMTS13 im Plasma ausgelöst werden. Seit 2001 die erste genetische Analyse bei Patienten mit kongenitalem ADAMTS13-Mangel publiziert wurde, sind weltweit mehr als 100 Gendefekte im ADAMTS13-Gen beschrieben worden. Die Genanalyse bei Patienten mit ADAMTS13-Mangel hat viel zum Verständnis der Ätiologie von TTP beigetragen. Ein schnelles und quantitatives Testverfahren wurde 2005 für die Aktivität von ADAMTS13 im Plasma entwickelt und damit ein neues TTP-Forschungsgebiet begründet – und zwar die genetische Erforschung alters- und geschlechtsbedingter Unterschiede bei der ADAMTS13-Aktivität in der Allgemeinbevölkerung, von Zusammenhängen zwischen Phäno- und Genotyp bei genetischen Polymorphismen sowie der Bewertung des homozygoten bzw. kombinierten heterozygoten ADAMTS13-Mangels. In der japanischen Bevölkerungsstudie an 3616 Personen im Alter von 30 bis 80 Jahren wurden die Ergebnisse anderer Studien bestätigt, dass zwar die ADAMTS13-Aktivität mit dem Alter abnimmt, das VWF-Antigen jedoch ansteigt, und dass die Konzentration des VWF-Antigens bei Personen mit Blutgruppe 0 am niedrigsten ist, während das ADAMTS13-Aktivitätsniveau keinen Zusammenhang mit der Blutgruppe AB0 aufwies. Es wurden 25 Polymorphismen mit einer Allelfrequenz über 0,01 gefunden, darunter 6 Missense-Mutationen und 19 synonyme Mutationen, außer dem P475S-Missense-Polymorphismus, der ausschließlich in einer ostasiatischen Population identifiziert wurde und durch reduzierte ADAMTS13-Aktivität gekennzeichnet ist. Bei der Prävalenz des kongenitalen ADAMTS13-Mangels in der japanischen Bevölkerung schätzt man, dass 1 von 1,1 x 106 homozygot oder kombiniert heterozygot für einen ADAMTS13-Mangel ist. Bislang wurden mehr als 40 Mutationen bei japanischen Patienten mit kongenitaler TTP entdeckt; jedoch fand man R193W, Q449*, C754Afs*24 (c.2259delA) und C908Y bei mehr als vier Patienten und nimmt daher an, dass diese Mutationen gehäuft in der japanischen Bevölkerung vorkommen.

Stichworte

Mutation, thrombotisch-thrombozytopenische Purpura, TTP, ADAMTS13

DOI

http://dx.doi.org/10.5482/HAMO-12-11-0017

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