Gerinnungsmanagement bei Lebertransplantationen
K. Görlinger
Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Universitätsklinikum Essen
Zusammenfassung
Viele Patienten entwickeln im Rahmen einer Lebertransplantation Gerinnungsstörungen oder Blutungsprobleme. Andererseits kommt es bei einigen Patienten in der perioperativen Phase zu thromboembolischen Ereignissen mit z. T. fatalem Ausgang. Deshalb änderten wir 1999 unser Gerinnungsmanagement bei Lebertransplantationen und verließen die routinemäßige Prophylaxe mit Antifibrinolytika. In diesem Zusammenhang implementierten wir die ROTEM ® -Diagnostik (Pentapharm GmbH, München) im perioperativen Point-of-Care-Gerinnungsmanagement. In den Jahren 2000 bis 2005 wurden von uns mehr als 18 000 ROTEM-Messungen im Zusammenhang mit 642 Lebertransplantationen durchgeführt. Eine prophylaktische Gabe von Antifibrinolytika erfolgte nur bei Patienten mit fulminantem Leberversagen oder bei einer MCF im ExTEM ≤ 35 mm zu Beginn der Operation. Bei den übrigen Patienten wurde in 60% eine Hyperfibrinolyse intraoperativ nachgewiesen. Allerdings war eine Antifibrinolytikatherapie nur bei 40% der Patienten erforderlich. Unsere Erfahrungen haben wir in einem Algorithmus zum ROTEM-gesteuerten perioperativen Gerinnungsmanagement bei Lebertransplantationen zusammengefasst. Stichworte
Hyperfibrinolyse, Lebertransplantation, Point-of-Care-Gerinnungsmanagement, Rotationsthrombelastometrie