Diagnostik der Autoimmunthrombozytopenie
U. J. H. Sachs
Institut für Klinische Immunologie und Transfusionsmedizin, Justus Liebig-Universität Gießen
Zusammenfassung
Die Autoimmunthrombozytopenie (ITP) gehört mit einer Inzidenz von ca. 5,8–6,6 pro 100 000 Erwachsene zu den häufigsten Ursachen einer gestörten zellulären Gerinnung. Die ITP-Diagnose ist eine klassische Ausschlussdiagnose, da Unklarheit über die diagnostische Aussagekraft verschiedener, potenziell hilfreicher Biomarker besteht. In dieser Übersicht wird der Beitrag von Biomarkern der Autoimmunreaktion (Leptin, freie und gebundene Autoantikörper gegen Thrombozyten, Nachweis spezifischer B-Lymphozyten) und der Thrombopoese (Knochenmarkhistologie, Thrombopoietin, Glykocalicin, retikulierte Thrombozyten) zur Sicherung der ITP-Diagnose beleuchtet. Einige dieser Parameter sind mit hoher Wahrscheinlichkeit diagnostisch wertvoll. Prospektive Untersuchungen an gut charakterisierten Patientengruppen sind erforderlich, um Fortschritte in der Therapie der ITP durch zügige und sichere Diagnostik zu sichern. Stichworte
Diagnostik, Biomarker, Autoimmunthrombozytopenie