Verlängerung der antikoagulativen Behandlung nach venöser Thromboembolie - Entscheidungsrelevante Risikofaktoren
S. Schulman
Department of Medicine, McMaster University, Hamilton, Ontario, Canada, and Coagulation Unit, Department of Hematology, Karolinska University Hospital, Stockholm, Sweden
Zusammenfassung
Während unter den Ärzten dahingehend Konsens herrscht, dass sofort eine Antikoagulanzientherapie einzuleiten ist, wenn eine venöser Thromboembolie (VTE) diagnostiziert wird, gehen die Meinungen bezüglich der optimalen Dauer der sekundären Thromboseprophylaxe auseinander. Die Entscheidung wird durch die große Anzahl nachgewiesener Risikofaktoren erschwert, die das Rezidivrisiko bedingen. Darüber hinaus sind die Risikofaktoren für das Auftreten von Blutungen und die Präferenzen der Patienten zu berücksichtigen. Daten aus Langzeitstudien, deren Follow-up bis zu zehn Jahren betrug, weisen darauf hin, dass bestimmte Rezidivrisikofaktoren mit der Zeit an Bedeutung verlieren, während andere im Laufe der Zeit größeres Gewicht erlangen. Dieser Überblick enthält Daten aus den aussagekräftigsten Studien. Es soll gezeigt werden, wo gegensätzliche Ansichten vorliegen und wo Konsens besteht. Der Arzt erhält damit eine Entscheidungshilfe bei der Festlegung der Dauer der Antikoagulanzientherapie nach VTE. Stichworte
venöse Thromboembolie, Risikofaktoren, Blutung, Rückfall