Unser geschätzter Buchautor und langjähriger Schriftleiter der
Hämostaseologie, Professor Bruhn, erlag am 11. Juli 2011 einer schweren Krankheit. Prof. Bruhn war am 18. Juni 74 Jahre alt geworden.
Der Verlag trauert um einen ebenso aufrichtigen wie geradlinigen und liebenswürdigen Menschen, der sich nicht nur durch eine außergewöhnliche medizinische Fachkompetenz auszeichnete, sondern sowohl als Arzt als auch als unser Partner im Publikationsbereich stets menschlich und bescheiden war. Prof. Bruhn war dem Schattauer-Verlag über viele Jahre als Buchautor verbunden:
- 2004 erschien die
„Onkologische Therapie“ (Hrsg. Bruhn HD, Fölsch UR, Kneba M, Löffler H), - 2011 die
„Hämostaseologie für die Praxis“ (Hrsg. Bruhn HD, Hach-Wunderle V, Schambeck CM, Scharf RE) in 2. Auflage und erst jüngst die - 3. Auflage der
„LaborMedizin“ (Hrsg. Bruhn HD, Junker R, Schäfer H, Schreiber S).
Mit seinem Wissen um aktuelle Entwicklungen in diesen dem ständigen Wandel unterworfenen Wissenschaftsbereichen, seiner genauen Kenntnis der passenden Autorenkonstellationen und seinem – wenn einmal notwendig – auch nachdrücklichen Bemühen um Manuskript und Autor hatte er entscheidenden Anteil an dem Gelingen dieser Vielautoren-Werke. Und nicht nur das: ohne sein herausgeberisches Engagement wäre es nicht möglich gewesen, die Neuauflagen in jenen kurzen Zyklen zu realisieren, die sich die Wissenschaftskollegen im Zeitalter der Digitalisierung nicht nur wünschen, sondern auch erwarten.
Fast zwei Jahrzehnte, von 1990 bis 2009, gehörte Prof. Bruhn der Schriftleitung der
Hämostaseologie an. Von 1994 bis 2005 leitete er die Geschicke dieser Fachzeitschrift als allein verantwortlicher Editor. Bis zu seinem Ausscheiden 2009 war er gemeinsam mit Frau Prof. Christine Mannhalter zuständig.
Scheinbar ohne Mühe gelang es Prof. Bruhn, Gasteditoren zu kontaktieren und zu motivieren. Die Hämostaseologie-Redaktion konnte sich immer auf seine weise und langfristige Planung verlassen. Bei der thematischen Gestaltung eines Heftes achtete er stets darauf, dass die Highlights der Blutgerinnung in didaktisch geschickter Form präsentiert und zugleich die Autoren in wohlwollender Art gefördert wurden.
Seine guten Kontakte innerhalb der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e. V. erleichterten sicher die Entscheidung der GTH, die Hämostaseologie im Jahr 2005 als offizielles Organ der Gesellschaft anzuerkennen. Seinen steten Bemühungen als verantwortlicher Schriftleiter haben wir mit zu verdanken, dass die Hämostaseologie 2001 in Medline und 2009 im Science Citation Index aufgenommen wurde. Beide Listungen sind von unschätzbarem Wert für Autoren und lassen sich gerade in der heutigen Zeit von deutschsprachigen Fortbildungszeitschriften nur sehr schwer erreichen. Wir hoffen, dass Prof. Bruhn den ersten Impact-Faktor, den die Hämostaseologie am 28. Juni erhalten hat (IF 2010 = 0,708), noch mit stiller Freude zur Kenntnis nehmen konnte.
Für uns war es eine uneingeschränkte Freude, mit Hans Dietrich Bruhn so lange zusammen arbeiten zu dürfen, denn diese Kooperation war von einer freundlichen Atmosphäre geprägt, in der Ideen reifen konnten und für Probleme optimale Lösungen gefunden wurden. In all seinen Entscheidungen hatte er stets das Wohlergehen der Zeitschrift im Auge. Deren Entwicklung dirigierte er leise, aber effektiv – eher aus dem Hintergrund als auf großer Bühne. Manche haben sein Wirken vielleicht aus diesem Grund auch unterschätzt.
Die Mitarbeiter des Schattauer-Verlages trauern mit seiner Frau, seinen Freunden und seiner Familie um einen warmherzigen und großzügigen Mitmenschen, dessen Werk, Wirken und Leben für viele Vorbild ist.
D. Bergemann, W. Bertram, A. Schürg
für den Verlag
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Prof. Dr. med. Hans Dietrich Bruhn (18.06.1937 – 11.07.2011)


