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Frühgeborene unter 1500 g Geburtsgewicht

Zeitschrift: Kinder- und Jugendmedizin
ISSN: 1617-0288
Thema:

Entwicklungsneurologie/Sozialpädiatrie

Ausgabe: 2017 (Vol. 17): Heft 5 2017
Seiten: 313-319

Frühgeborene unter 1500 g Geburtsgewicht

Kurz- und Langzeitprognose in Deutschland

E. Walch (1, 2), B. Metze (2), G. Völker (2), C. Bührer (2)

(1) Sozialpädiatrisches Zentrum, Fachbereich Neuropädiatrie/Neonatologie/Entwicklungsdiagnostik, Charité Universitätsmedizin Berlin; (2) Klinik für Neonatologie, Charité Universitätsmedizin Berlin

Stichworte

Deutschland, Frühgeborene, Langzeitprognose

Zusammenfassung

In Deutschland kommen rund 1,4 % aller Neugeborenen mit einem Gewicht unter 1500 g zur Welt. Im Jahr 2015 waren das 9484 Kinder, von denen 87 % lebend nach Hause entlassen werden konnten. Seit 2006 schreibt der Gemeinsame Bundesausschuss eine Nachuntersuchung dieser Kinder im Alter von 2 Jahren vor, etwa mit den Bayley Scales of Infant Development. In diesem Alter lassen sich Zerebralparesen relativ sicher diagnostizieren, Aussagen zur kognitiven Entwicklung sind aber erst mit etwa 4–5 Jahren einigermaßen verlässlich. Längsschnittdaten aus Niedersachsen der Jahrgänge 2004–2008 weisen nur in 73 % eine übereinstimmende Klassifizierung der gleichen Frühgeborenen (FG) im Alter von 2 und 5 Jahren auf. Die landesweiten Berliner Einschulungsuntersuchungen im Alter von 5–6 Jahren weisen bei 36 % der Kinder unter 750 g Geburtsgewicht und bei 22 % der Kinder zwischen 750 und 1500 g Geburtsgewicht auf einen sonderpädagogischen Förderbedarf hin (gegenüber 5 % bei normalgewichtigen Neugeborenen). Im Alter von 26 Jahren hatten ehemalige Frühgeborene der Bayerischen Entwicklungsstudie (Jahrgänge 1985/86) einen um 7–15 Punkte verringerten Intelligenzquotienten gegenüber Reifgeborenen (RG), sie neigten mehr zu sozialen Ängsten, hatten Schwierigkeiten, einen Partner bzw. eine Partnerin zu finden und waren häufiger von ihren Eltern abhängig als Kontrollpersonen.

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