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Glomerulonephritis

Zeitschrift:Kinder- und Jugendmedizin
ISSN:1617-0288
Ausgabe:2010 (Vol. 10): Heft 4 2010
Seiten:195-202

Glomerulonephritis

Klinische Manifestationen und Prognose

K. Dittrich (1)

(1) Pädiatrische Nephrologie, Kinder- und Jugendklinik der Universität Erlangen-Nürnberg

Zusammenfassung

Glomerulonephritiden sind relativ seltene Erkrankungen im Kindesalter, die resultierenden chronischen glomerulären Veränderungen führen jedoch dazu, dass in Deutschland jedes fünfte Kind mit chronischem Nierenersatzverfahren eine Glomerulonephritis als Grunderkrankung hat. Glomerulonephritiden manifestieren sich in dieser Altersgruppe überwiegend als akute Erkrankungen. Auch rapid progressive Verläufe mit plötzlicher Verschlechterung der Nierenfunktion sind bekannt, während schleichende Verläufe mit chronischer Hämaturie und/oder Proteinurie wesentlich seltener beobachtet werden. Die Langzeitprognose hängt stark von der rechtzeitigen Diagnosestellung und gezielten Behandlung ab. Deshalb sollte jeder Kinderarzt die klinischen Zeichen einer möglichen Glomerulonephritis kennen und die notwendigen diagnostischen Maßnahmen einleiten. Die rationale Diagnostik und die Besonderheiten typischer, im Kindesalter auftretender Glomerulonephritisformen werden in diesem Beitrag vorgestellt. Da die glomeruläre Entzündungsreaktion überwiegend immunologisch bedingt ist, besteht die Therapie neben symptomatischen auch aus immunsuppressiven Maßnahmen. Die Art der Behandlung ist jedoch von den in der Nierenbiopsie festgestellten spezifischen Veränderungen abhängig. Die kindernephrologische Mitbetreuung der betroffenen Kinder ist nicht nur bei chronischen Systemerkrankungen, sondern auch nach akuten Glomerulonephritiden notwendig.

Stichworte

Glomerulonephritis, Proteinurie, Hämaturie

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