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Haarwachstumsstörungen

Zeitschrift:Kinder- und Jugendmedizin
ISSN:1617-0288
Ausgabe:2011 (Vol. 11): Heft 6 2011
Seiten:343-348

Haarwachstumsstörungen

H. Wolff (1)

(1) Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

Zusammenfassung

Haar- und Kopfhauterkrankungen können auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten. Einen verstärkten täglichen Haarverlust nennt man Effluvium, eine objektiv sichtbare Haarlichtung Alopezie. Ein Haarwachstumszyklus besteht im Wesentlichen aus dem Anagen (Wachstumsphase, 3–6 Jahre) und dem Telogen (Ruhephase, 2–4 Monate). Anamnestisch ist bei Haarausfall entsprechend der Dauer der Telogenphase vor allem nach Ereignissen vor 2–4 Monaten zu fragen (hohes Fieber, Heparinspritzen), da die meisten das Haarwachstum belastenden Ereignisse zum Abbruch der Anagenphase führen. Diagnostische Methoden sind der klinische Epilationszugtest, die Trichoskopie, das Trichogramm und gezielte Blutanalysen (Eisenmangel). Zu den harmlosen Haarwachstumsstörungen zählen das „kurze Anagen“ oder das „lose Anagenhaar“. Mit 1–2 % Lebenszeitinzidenz ist die Alopecia areata auch bei Kindern relativ häufig und meist selbstlimitiert. Differenzialdiagnostisch abzugrenzen sind die Aplasia cutis congenita, die Trichotillomanie und eine Microsporum-canis-Infektion. Am wichtigsten ist die rechtzeitige Diagnosestellung bei der Tinea capitis. Sie muss in der Regel systemisch behandelt werden, um eine permanente, narbige Alopezie zu verhindern. Schließlich gibt es einige charakteristische Wuchsstörungen des Haarschaftes wie z. B. die Monilethrix, Trichorrhexis nodosa, Trichorrhexis invaginata und die Trichothiodystrophie. Sie alle führen zu erhöhter Brüchigkeit der Haare. Harmlos und nicht erhöht brüchig sind Schaftstörungen wie Pili anulati oder das Phänomen der „unfrisierbaren Haare“.

Stichworte

Aplasia cutis congenita, Tinea capitis, Haarwachstum, Alopecia areata, Trichotillomanie, Haarschaft

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