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Elektrokrampftherapie und neue Hirnstimulationsmethoden

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Stellenwert und Möglichkeiten der interventionellen Neuroradiologie

Ausgabe: 2010: Heft 3 2010 (93-172)
Seiten: 117-123

Elektrokrampftherapie und neue Hirnstimulationsmethoden

S. Kayser (1), H. Walter (1, 2), T. Schläpfer (1, 3)

(1) Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Bonn; (2) Universitätsklinikum Bonn, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Abteilung Medizinische Psychologie, Bonn; (3) Departments of Mental Health and Psychiatric Neuroimaging, Johns Hopkins University, Baltimore, MD, USA

Stichworte

Repetitive Transkranielle Magnetstimulation, Elektrokrampftherapie, Tiefe Hirnstimulation, Vagusnervstimulation, Magnetkrampftherapie

Zusammenfassung

Die Elektrokrampftherapie (EKT) wird seit über 70 Jahren angewandt und ist zurzeit wissenschaftlich das potenteste antidepressive Behandlungsverfahren. Insbesondere in Deutschland ist die EKT noch immer ein massiv stigmatisiertes Verfahren. Der Wirkmechanismus ist nicht abschließend geklärt. Trotz ständiger technischer Verbesserungen hat die EKT zwei grundlegende Nachteile: eine hohe Rückfallquote und zum Teil ausgeprägte akute kognitive Nebenwirkungen. Es besteht in der Psychiatrie ein dringender Bedarf an neueren Behandlungsoptionen für schwerste, therapieresistente psychiatrische Erkrankungen. Derzeit werden als potenzielle neue Behandlungsmethoden von psychischen Störungen hauptsächlich vier physikalische Hirnstimulationsmethoden untersucht: die transkranielle Magnetstimulation (TMS), die Magnetkrampftherapie (MKT), die Vagusnervstimulation (VNS) und die tiefe Hirnstimulation (THS). Diese werden nur in Einzelfällen außerhalb von wissenschaftlichen Studien angewendet; ihre klinische Bedeutung und die Wirkmechanismen müssen weiter untersucht werden. Keines der neuen Stimulationsmethoden ist in psychiatrischer Indikation die Therapie der ersten Wahl.

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