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Neuropsychiatrische Gnadenfrist?

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Neurophilosophie und Neuroethik

Ausgabe: 2012: Heft 4 2012 (197-292)
Seiten: 237-245

Neuropsychiatrische Gnadenfrist?

Zwischen Symptom und Diagnose

Literatur online

J.-H. Heinrichs (1), U. Langenberg (2), W. Klitzsch (2), U. B. Barnikol (3, 4)

(1) Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM), Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8)-Forschungszentrum Jülich; (2) Ärztekammer Nordrhein, Düsseldorf; (3) Forschungsschwerpunkt Neuromodulation, Klinik für Neurochirurgie, Universität zu Köln; (4) Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM)-Neurobettenstation, Forschungszentrum Jülich

Stichworte

Neuroethik, Demenz vom Alzheimer Typ (DAT), Patient-Arzt-Beziehung, Vorsorge

Zusammenfassung

Neue Diagnosemöglichkeiten für die Frühdiagnose der Demenz vom Alzheimertyp gewährleisten neben ihrer positiven Nutzen-Schaden-Bilanz für den Patienten hinsichtlich des frühzeitigen Beginns gezielter neuroprotektiver Therapien, die eine Abschwächung der Krankheitsprogredienz ermöglichen können, auch für die Kranken- und Pflegekassen initial Vorteile, da das hohe Kosten verschlingende fortgeschrittene Krankheitsstadium hinausgezögert werden kann. Aber mögliche Begleitschäden für die Lebensgestaltung des beunruhigten alternden Menschen sind zu beachten. Diesen Schäden kann vorgebeugt werden, indem die direkte Schlussfolgerung des Patienten von Diagnose- auf Therapiemöglichkeiten in frühzeitigen Patienten-Arzt-Gesprächen berücksichtigt wird, diagnostische Optionen für die Bestimmung des Schweregrads der Erkrankung eingesetzt werden, damit relevante präventions- oder therapeutische Parameter gewonnen werden, um den Erwartungsdruck des Patienten nicht über das Maß zu belasten und die Tendenz zur „sozialen Distanz“ gegenüber dem betroffenen Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen beachtet und durch einen breiteren sozialen Kontext gelindert wird, wodurch für den Patienten erkennbar wird, dass er aufgrund bestehender sozial eingebetteter Versorgungsmöglichkeiten seinen Lebensabend nicht mit der Vorsorge für alle Eventualitäten seiner etwaigen späteren Erkrankung ausfüllen muss.

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S. Widhalm (1)

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Nervenheilkunde 2012 31 4: 209-214