Gesamtübersicht

Neuronale Korrelate des Psychoserisikosyndroms

Zeitschrift: Nervenheilkunde
ISSN: 0722-1541
Thema:

Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Ulmer Universitätsklinikum

Ausgabe: 2013: Heft 8 2013 (519-610)
Seiten: 582-591

Neuronale Korrelate des Psychoserisikosyndroms

Strukturelles Neuroimaging bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko

D. Hirjak (1), P. A. Thomann (1), M. S. Depping (1), R. C. Wolf (1)

(1) Zentrum für Psychosoziale Medizin, Klinik für Allgemeine Psychiatrie, Universitätsklinik Heidelberg

Stichworte

MRT, Psychose, Strukturelle Bildgebung, Psychoserisikosyndrom, UHR-Kriterien

Zusammenfassung

Das erhöhte Psychoserisiko ist durch klinisch-psychopathologische Merkmale definiert. Eine objektive Erfassung von Personen mit Hochrisikosymptomen und deren klinische Konversion in die manifeste Störung anhand Hirnbildgebungsmarkern könnte durch frühzeitige Interventionen die Prognose der manifesten Erkrankung positiv beeinflussen und die Einleitung störungsorientierter und individualisierter Therapien erleichtern. Trotz einer zunehmenden Anzahl neurobiologischer Studien bei Hochrisikopersonen (HRP) sind die neuronalen Korrelate des erhöhten Psychoserisikos unklar. In dieser Übersichtsarbeit soll die strukturell bildgebende Datenlage bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko vorgestellt und diskutiert werden. In der Literatur konnten anhand einer systematischen Literatursuche via PubMed und MEDLINE (Schlüsselwörter: „psychosis“, „ultra-high-risk“, „dti“ und „mri“) und einer erweiterten Literaturrecherche elf strukturelle Bildgebungsstudien, zwei Übersichtsarbeiten und zwei Metaanalysen identifiziert werden. In der Gesamtwertung der Daten gibt es erste Hinweise darauf, dass bei Personen mit erhöhtem Psychoserisiko neuroanatomisch umschriebene Veränderungen der Gehirnstruktur vorliegen könnten. Der prädiktive Wert dieser Befunde im Hinblick auf einer Konversion in die manifeste Psychose kann noch nicht abschließend gewertet werden.

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